Mal etwas anderes Grünzeug

Vor lauter Gartengrünzeug ist hier schon lange der Eindruck entstanden, dass Frau KnitAngel nicht mehr handarbeitet … Der muss revidiert werden! Deshalb heute Bilder von Grünzeug einer anderen Art:

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Zu ihrem anthrazit-grünen Mantel wünschte sich eine Freundin eine Mütze. Die mach’ ich doch gerne :-) Und beim Durchforsten meiner Wollvorräte für dieses Projekt fand ich zusätzlich noch wunderbar passendes Tuchgarn, nämlich ein Socken-Farbverlaufsgarn von Lang und ein Mohairgarn von Schulana (nähere Angaben folgen wenn/falls ich die Banderolen wiederfinde). Also habe ich sehr entspannt wohlbewährte Evergreens gestrickt:

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Ulrikes Sonnensegel-Tuch wirkt in den unterschiedlichsten Farb- und Materialkombinationen immer wieder phantastisch. (Glaubt es mir – auch wenn ich die Farben hier nicht auf jedem Foto getroffen habe: am authentischsten sind sie auf den Tragefotos mit dem Mantel). Die ungewöhnliche Dreiecksform  …

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kann man sich um den Hals werfen, wie’s gerade kommt: Das Tuch fällt immer gut. Dabei ist es federleicht und warm.

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Auch die Mütze habe ich schon etliche Male gestrickt: Verkürzte Reihen verleihen ihr eine super Passform.

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Das Modell ist “Orbitus Hat” von Kelly McClure

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und das Garn von Lana Grossa (wenn ich mich recht erinnere: Bingo Melangé in Olive).

Die Freundin hat sich gefreut wie Bolle – und ihr steht die Kombi natürlich noch viel besser als mir (der der Mantel gut zwei Nummern zu klein ist ;-)

Ich wünsche allen ein friedliches neues Jahr mit viel Gesundheit und glücklichen Momenten!

Angelika

Sternenreigen – Anleitung für weihnachtliche Deko aus Grünschnitt

Einen schönen vierten Advent wünsch’ ich!

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Etliche solcher Sterne aus frisch geschnittenen Trieben habe ich letzte Woche gebastelt und verschenkt – und sie sind überall gut angekommen. Damit ich bis zum nächsten Advent nicht vergessen habe, wie’s geht, (und für den Fall, dass hier noch jemand hinklickt, der auch noch ein Mitbringsel braucht): So geht’s!

Man nehme …

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- frisch geschnittene Triebe, etwa von Haselnuss, Weide, Hartriegel, oder auch dünne Baumzweige

-als Deko etwas Tannengrün, Ilex, Zapfen, Wildfrüchte oder auch weihnachtliche Bänder und Anhänger

– dünnen Draht, um die Triebe an den Spitzen einfach miteinander zu verbinden

– roten Bast oder dicke rote Wolle, um den Draht zu kaschieren und dem Ganzen einen weihnachtlichen Anstrich zu geben

– und natürlich eine Astschere sowie eine Drahtschere

Am besten sortiert ihr das Material nach Dicke. Dann schneidet ihr euch Stecken, die ungefähr dem gewünschten Durchmesser des Sterns entsprechen. Ihr könnt die fünf “Linien” jedes Sterns aus jeweils nur einem dickeren Aststück formen oder aus einem Bündel dünnerer Triebe (wobei ihr am besten die dicken und dünnen Enden nicht nur in eine Richtung zeigen lasst, damit der Bündel-Durchmesser überall annähernd gleich ist). Ich zeige hier die “Bündel”-Variante:

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Zuerst bastelt ihr zwei “V”s, indem ihr jeweils die Spitzen zweier Ruten(bündel) miteinander verdrahtet (nicht zu fest, dann könnt ihr die Proportionen später noch verschieben; es muss nur gerade so halten). Das erste “V” legt ihr mit der Spitze nach links vor euch auf den Tisch:

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Dann schiebt ihr die zweite Spitze von oben in das quer liegende “V” hinein und verwebt dabei die Ruten immer abwechselnd “drüber und drunter”. Egal, mit welchem Schlag (“drüber” oder “drunter”) ihr beginnt – es muss sich nur immer abwechseln. (Wer genau hinschaut, sieht, dass beim fertig verbundenen Stern drei Bilder weiter oben anders begonnen wurde als bei dem Stern, dessen Aufbau ich hier im Detail zeige.)

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Hier, bei den Detailbildern, wurde das linke Bein der oberen Spitze zuerst über die obere Querlinie gelegt und dann unter die untere Querlinie. Das rechte Bein wurde entsprechend umgekehrt eingefädelt.

Dann müsst ihr nur noch die fünfte Linie einweben. Ich habe weiterhin in Leserichtung gearbeitet, also diese letzte Linie zuerst unten links angesetzt und dann nach oben rechts eingewoben:

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Diese letzte fünfte Linie verläuft dem Aufbau entsprechend über der unteren Querlinie:

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… und wird anschließend unter das rechte Bein der oberen Spitze gefädelt:

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Dann verbindet ihr das Ende dieser fünften Linie mit dem oberen Bein des ersten, quer liegenden “V”s …

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und fügt schließlich noch die jetzt gut erkennbaren unteren Spitzen zusammen. Dabei könnt ihr alle Linien noch etwas verschieben, so dass möglichst alle Dreiecke annähernd gleich geraten. Wenn möglich, auch am Ende, bei den Spitzen, im Drüber-Drunter-Rhythmus bleiben – das wirkt harmonischer und gibt dem Stern mehr Stabilität. Abschließend alle Spitzen noch einmal in Form schneiden.

Ich habe zuerste mehrere Rohlinge gefertigt, bevor’s weiterging:

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Die Drahtwicklung kaschiert man schließlich mit Bast, Garn oder Weidenruten und bringt einen Aufhänger an. Ein preiswertes Acrylgarn aus dem Discounter reicht für viele Weihnachtssterne.

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Das war die Pflicht – und nun die Kür: Verziert die Sterne nach gusto – bei meiner Massenfertigung wurden erst überall Nadelzweige und Zapfen angebunden (zum Teil mit rotem Draht umwickelt) …

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und dann kamen noch individuelle Anhänger hinzu – ich bin schlicht bei Wildäpfelchen und Holzsternen geblieben, die ich mit rotemm Draht fixiert habe.

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Und fertig ist ein türbreiter Stern:

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Viel Spaß beim Nachbasteln!

Angelika

Herbstorange gegen Novembergrau

Seit Wochen freue ich mich an den prächtigen Herbstfarben in der Natur. Im Garten funkeln Goldtöne neben dem herrlichsten Rot-Orange – “immer noch” (z. B. die Dahlie) und “schon” (das Herbstlaub neben skurrilen Pilzen); letzte Grüntöne als Kontrast lassen diese Farben so richtig herausknallen.

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Da konnte ich nicht anders, als das wunderbare Naturmaterial zu üppigen Dekorationen zu verflechten. So werden bei uns Nachbarn und Gartenbesucher seit Wochen herzlich-herbstlich begrüßt und verabschiedet: Dazu hängt ein Herz aus Trauerweide, garniert mit Feuerdorn, Hopfen, Hagebutten und Maroni-Kugeln am Gartentor …

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und auch die Bäume schmücken sich mit locker verschlungenen Überresten des Sommers (erwähnte ich schon einmal, dass wir von Hopfen überwuchert werden?).

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Vor allem aber entstanden in den letzten Wochen Herbstkränze für liebe Freunde. Nur wer weiß, wie Feuerdorn piekst, kann ihren Wert ermessen ;-)

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Doch es muss nicht immer so großer Aufwand getrieben werden wie beim Kränze-Binden aus derart sperrigem Material. Die schönsten Effekte erzielen oft schon die simpelsten Dinge, zum Beispiel ein Vorhang aus Herbstblättern. Man nehme dazu einfach ein paar bunte Blätter, Beeren und Zapfen sowie ein transparentes Garn.

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Dann knotet man ans Garnende eine Frucht zum Beschweren und darüber in unterschiedlichen Abständen die Blattstiele – so viele, wie der Faden lang werden soll.

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Zugegebenermaßen ist das etwas ‘friemelig’, aber doch gut machbar (das Annähen der Blätter funktioniert übrigens nicht so gut, denn die reißen dann aus). Mit einem knorrigen Ast, wie hier vom Holunder, lassen sich diese Herbstbänder wunderbar inszenieren:

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Wenn wir jetzt aus dem Fenster schauen, sehen wir statt tristem Balkon und Novembergrau einen leuchtenden Vorhang aus tanzenden Blättern: einfach – schön :-)

 

 

Und die Reste von der Bastelaktion landen ruckzuck im Körbchen und zieren das Balkon-Regal …

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natürlich zusammen mit einem obligatorischen Kränzchen:

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Und nun endlich mal wieder ein Schwenk zu den Handarbeiten: Weil das Rot-Orange so appetitlich ist, hat es auch den Stoffkauf inspiriert:

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Erste Werke sind entstanden …

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doch dazu später einmal mehr.

Farbenfrohe Novembergrüße!

Angelika

Platz ist auf der kleinsten Fensterbank

Fensterbänke sind prima: Innen sonnt sich der Ansatz für den diesjährigen Likör aus grünen Walnüssen (10 grüne Walnüsse, 1 große Zimtstange, 1 Vanilleschote, 6 Nelken, etwas Kardamom, Anis und Fenchel. Aufgegossen mit einer Flasche Wodka. Zitronenschale wird noch dazugegeben, sobald ich Bio-Zitronen kaufen konnte. Und in ein paar Wochen wird die inzwischen schwarz gewordene Flüssigkeit abgesiebt und mit 300 Gramm Zucker aufgekocht :-).

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Und außen gedeihen Paprika und Pepperoni in Töpfen fast besser als im Garten. Denn während sie dort vom Dauerregen gestresst werden, kuscheln die Topfkameraden hier regensicher vor dem Südfenster.

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Diese wunderbaren Aussichten hinter meinem PC (und Fliegengitter) beflügeln die Arbeit :-)

Lieben Gruß
Angelika

Lecker für die Sommerparty – gut vorzubereiten

Schon zum zweiten Mal in diesem Sommer habe ich Tortilla vom Blech für eine große Runde gebacken. Weil die so praktisch vorzubereiten ist, warm wie kalt gut schmeckt, und das auch noch am nächsten Tag, hier das ungefähre Rezept. Alle Angaben sind sehr variabel – experimentiert ruhig damit!

Zuerst rund 1,5 kg Kartoffeln mit Schale vorkochen, das habe ich schon am Vorabend erledigt. Dann Gemüse putzen und schnibbeln. Ein paar Zwiebeln und Paprika (vielleicht je 3 Stück) würden schon reichen, doch bei mir ging’s bunter zu:

Gemüse

Es wurde kombiniert, was Kühlschrank und Garten hergaben: Paprika, Staudensellerie, Möhren, Mangold, Magentaspreen, Zucchini (geschnippelt ergab das eine große Rührschüssel voll – auf dem oberen Foto fehlt die Zucchini), dazu …

Zwiebel

3 große Zwiebeln und 3 Knoblauchzehen (frisch geerntet). Das Gemüse in Olivenöl sanft andünsten, …

Pfanne

und würzen. Ich nahm: Salz, Pfeffer, Cayenne-Pfeffer, Muskatnuss, etwas Zucker und Zitronensaft. Während alles schmurgelt, die Kartoffeln schälen und würfeln. Dann in einer großen Schüssel mit dem gedünsteten Gemüse mischen:

Kartoffeln

Für den Guss viele Eier aufschlagen (ich hatte 17 Stück – immerhin reicht das fertige Blech ja auch für eine große Meute) …

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und mit Sahne oder Ähnlichem verquirlen. Ich nahm heute 1,5 Becher saure Sahne und einen guten Schuss Milch (150 ml?). Auch ein Bund Schnittlauch habe ich noch reingeschnitten.

Dann einen Keil Parmesan reiben (ca. 220 Gramm) …

Parmesan

in die Eiermasse geben und alles mit noch etwas Salz und Pfeffer verrühren (auch wenn der Käse schon gut würzt: die Kartoffeln ‘schlucken’ Aroma). Den Guss auf das Gemüse kippen, vorsichtig alles vermengen und auf ein vorbereitetes (Backpapier plus Olivenöl) Blech streichen.

Blech

Jetzt alles bei knapp 200 Grad für gut 50 Minuten in den Ofen, bis die Masse gestockt ist und die Platte oben leicht bräunt.

Fertig

Und weil ich diese Tortilla/Frittata/Eierspeise nachher ohnehin in Quadrate geschnitten und mit Oliven, Basilikum, Tomaten bespießt mitnehmen werde, konnte die Köchin ein heißes Stück herausschneiden und vorab testen:

Teststück

Auch ohne Deko lecker!

Damit geht’s heute Abend zur langen Näh-Nacht :-)

Lieben Gruß
Angelika