Plötzliche Geruchsexplosion

Meine Neuentdeckung bei den Gartenkräutern: Schabzigerklee (Trigonella caerulea)! Den Geschmack kenne und mag ich von verschiedenen Käsesorten her – ähnlich schmeckt der Bockshornklee-Käse. Also habe ich beim Gartenmarkt zugegriffen, als dort junge Pflanzen angeboten wurden, und ein Exemplar zwischen Dill und Bohnen großgezogen.

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Völlig unkompliziert: Wächst fast von alleine, sieht nett aus, produziert hübsche Kleeblüten, welche auch die Bienen lieben, und ergibt ein super-aromatisches Gewürz zum Brotbacken. Daher im Volksmund auch “Brotklee” genannt.

Vor ein paar Tagen wurde gerntet: alles bodennah abgeschnitten und zum Trocknen in eine schattige Balkonecke gehängt. Schnelles Probieren bringt übrigens nichts: Das frische Kraut hat überhaupt kein Aroma. Das entwickelt sich nämlich, ähnlich wie beim Waldmeister, erst durchs Trocknen.

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Und plötzlich ging es los: Beim Betreten des Balkons umwehte einen jeden Tag ein kräftigerer Geruch – ganz markant: nach Curry und grünem Heu. Das heißt, es war Zeit, alles zu zermahlen. Der einfache Zerhacker arbeitete mir nicht fein genug, …

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also nochmals in der Kaffeemühle nachgemahlen.

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Wow – in der Wohnung riecht es wie im Gewürzbasar, obwohl ich nur so eine kleine Menge verarbeitet habe. Die wird nun im Gläschen bis zum nächsten Brotbacken gehütet. Ich freu’ mich schon darauf.

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Vielleicht wird es noch eine zweite oder gar dritte Ernte geben – die Pflanze schiebt schon wieder neue Blätter nach. Und eines ist ganz klar: Nächstes Jahr möchte ich eine ganze Reihe Schabzigerklee aussäen … am besten sogar mehrere Reihen, zeitlich versetzt :-)

Vom Knäuel zum Muster

Immer wieder überraschend: die unterschiedliche Farbwirkung von Sockenwollknäuel und verstricktem Garn (sofern das Muster nicht auf der Banderole verzeichnet ist natürlich).

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Das oben liegende Knäuel hatte sich die Empfängerin für wohl verdiente Dankeschön-Socken aus meinen Vorräten gefischt … hmmm, ob sie wohl mit den krassen Ringeln rechnet? Doch egal, denn wenn sie ihr nicht gefallen, darf sie einfach erneut in den Lostopf (sprich: Sockenwollkistenturm) greifen – in würde sie nämlich gerne tragen ;-)

Und weil wir gerade dabei sind, hier noch zwei Knäuel->Socken-Fotos von aktuellen Projekten:

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Extra weite Socken für geschwollene Fußgelenke (doppelte Maschenanzahl angeschlagen, dann in der ersten Reihe jeweils zwei Maschen zusammengestrickt: mühsam, aber effektiv). Die Länge der Farbstreifen erschien mir auf dem Knäuel recht ähnlich wie beim Knäuel der Ringelsocken, doch dieses Mal wurde munter drauf los gewildert: mir gefällt’s – hoffentlich meinem Schwesterherz auch :-)

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Und dann sind da noch die Baumwollsocken aus dem Discounter-Garn – ein Notkauf, weil ich keine Stricksachen für eine längere Bahnfahrt dabei hatte. Doch so zusammen verstrickt gefallen mir die melierte und die ringelnde Färbung nun doch ganz gut.

Liebe Grüße an die Füße
Angelika

 

Wuff wuff

Bleiben wir beim Tierischen:

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Ein Dackelblick zum Dahinschmelzen … genäht für liebe Freunde, die Hunde im Allgemeinen und Dackel insbesondere lieben.

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“Sie” schätzt überdies Handarbeiten; und weil “er” unter anderem alte Wackeldackel sammelt, trennte sich der nette Mann an meiner Seite von seinem Schätzchen. Damit die beiden zusammen im Körbchen kuschelnd verschenkt werden konnten.

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Die Gratis-Anleitung für “Dave Dachshound” hat  Sew Style&Home spendiert.

Wuff wuff,

Angelika

“… die wollen nur spielen!”

Das glaubt mir jetzt kein Mensch!

Letztlich beim Grillabend auf der Terrasse unserer Freunde: Zu fortgerückter Stunde schleckt es an meiner Wade entlang. – Ich erstarre. Dass diverse befreundete Hunde einen vor lauter Liebe (oder Salzmangel?) schon mal abschlecken, das hab’ ich ja inzwischen kapiert. Aber die Katze unserer Gastgeber? … Und, wie zum Teufel, ist sie unter mein Hosenbein geraten? – Urplötzlich weicht meine träge Müdigkeit einem Adrenalinschub: Das – kann – nicht – die Katze – sein! Reflexartig schlage ich den Verursacher weg … und etwas klappert über die Holzdielen. Klackerdiklack. — “Klackerdiklack”??? Ein Blick unter den Tisch offenbart eine leider etwas lädierte Weinbergschnecke, die mich wohl so attraktiv fand, dass sie den Weg über Schuh, Socken, unter die Hose auf sich genommen hatte, um mir nahe zu sein! Vorsichtig hab’ ich sie ins Gebüsch getragen und hoffe, dass ihr Riss im Häuschen wieder heilt (hab’ mal sowas gelesen).

Diese Tiere lieben offenbar nicht nur ihre Artgenossen,

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sondern auch mich. Das wurde mir soeben wieder klar. Vor einer Stunde hatte ich das Fenster meines Schlafzimmers zum nächtlichen Lüften weit geöffnet, und als ich nun gerade zu Bett gehen wollte, stand ich vor diesem unglaublichen Anblick:

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Das Fliegennetz mal wieder an einer Ecke runtergefallen (diese Klebestreifen taugen wirklich nichts – der Alu-Rahmen für ein tauglicheres Modell ist schon gekauft), und eines dieser Schoßtiere war in mein Schlafzimmer eingedrungen. Dabei gibt es hier drinnen keinerlei Grünzeug – nichts, niente! Was, außer mir, hat die im Zimmer gesucht?

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Und die Akrobatik, mit der sie es über alle Rahmen-Vertiefungen auf das Rollo geschafft hat, lässt mich an der Sicherheit von Schneckenzäunen zweifeln. Soll ich wirklich so viel Geld für diese Blechkante investieren, wenn die Schnecken offenbar von Zweitberuf Kontorsionisten sind? *seufzer*

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Ich weiß, ich weiß, … die Weinbergschnecken sind ja ganz lieb … die fressen brav die Eier der fiesen Nacktschnecken (und selbst, wenn’s stimmt: dann aber zum Nachtisch meine Pflanzen): “Die tun nichts, die wollen nur spielen!”

Doch mittlerweile spielen sie in meinem kleinen Hausgarten etwas zu viel … es wimmelt geradezu an Weinbergschnecken (wobei die anderen Molusken harmonisch mit ihnen zusammen leben). – Ach, so manches Mal denke ich doch über ökologisch vertretbares Schneckenkorn nach. Doch wenn man diese Schönheiten dann mal genauer betrachtet … ach, lieber doch nicht (mal ganz abgesehen davon, dass sie unter Naturschutz stehen).

Irritiert grüßt zur Nacht

Angelika *die-zuletzt-schon-von-Spinnengekrabbel-unter-der-Bettecke-geweckt-wurde: schauder*

Gucken gehen

Letztes Wochenende war’s mal wieder soweit:

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Private Gärten öffneten ihre Pforten für Besucher. Leider war vor allem der Samstag stark verregnet; doch wo ein Wille ist, findet sich auch immer ein Unterschlupf, und sei es in einer vom Regen zusammengeklappten Blüte:

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Drei Gärten in der näheren Umgebung konnten wir besuchen,

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vieles bestaunen …

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(nein, kein Rhabarber, sondern ein jahrzehntealtes Mammutblatt – der Liegestuhl links lässt erkennen, dass die Pflanze mannshoch ist) … und so manche Anregung mitnehmen.

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Nicht vergessen also: den Lieblings(p)fundsteinen einen Ehrenplatz im Garten verschaffen,

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das Gartenkunterbunt mit größeren Inseln aus jeweils nur einer Pflanzenart beruhigen (auf dem Bild unten: hinten Knöterich, vorne eine Spiere),

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dafür an anderer Stelle krasse Kombinationen wagen, etwa die runden Kapuzinerkresseblätter mit Lavendelspitzen durchspießen:

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Ach ja, und einen Rosenbogen möchte ich doch auch noch anschaffen:

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Noch so viel ist zu tun, bis es vor unserer Gartenhütte auch so üppig blüht und gedeiht:

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Doch ganz oben auf meine Merkliste muss ich mir verzeichnen: ab und zu auch einfach nur den Garten in Ruhe genießen! – Dazu hatte ich endlich mal am Sonntag Gelegenheit, als ein Freund die Pforte seines Naturparadieses (in dem wir auch ein Eckchen bewirtschaften) ebenfalls öffnete. Es war richtig ungewohnt, mal stundenlang in Ruhe dort zu sitzen und nett mit Gleichgesinnten zu plaudern. Das sollte ich wirklich häufiger mal tun.

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Und wenn’s in eurer Region mal wieder heißt “Offene Gartenpforte”, dann geht doch auch einfach mal gucken. Die Gartenbesitzer freuen sich!

Herzlichst
Angelika