Herbstorange gegen Novembergrau

Seit Wochen freue ich mich an den prächtigen Herbstfarben in der Natur. Im Garten funkeln Goldtöne neben dem herrlichsten Rot-Orange – “immer noch” (z. B. die Dahlie) und “schon” (das Herbstlaub neben skurrilen Pilzen); letzte Grüntöne als Kontrast lassen diese Farben so richtig herausknallen.

gold_orange

Da konnte ich nicht anders, als das wunderbare Naturmaterial zu üppigen Dekorationen zu verflechten. So werden bei uns Nachbarn und Gartenbesucher seit Wochen herzlich-herbstlich begrüßt und verabschiedet: Dazu hängt ein Herz aus Trauerweide, garniert mit Feuerdorn, Hopfen, Hagebutten und Maroni-Kugeln am Gartentor …

herbstkranz_02

und auch die Bäume schmücken sich mit locker verschlungenen Überresten des Sommers (erwähnte ich schon einmal, dass wir von Hopfen überwuchert werden?).

herbstkranz_04
Vor allem aber entstanden in den letzten Wochen Herbstkränze für liebe Freunde. Nur wer weiß, wie Feuerdorn piekst, kann ihren Wert ermessen ;-)

kraenze

 

Doch es muss nicht immer so großer Aufwand getrieben werden wie beim Kränze-Binden aus derart sperrigem Material. Die schönsten Effekte erzielen oft schon die simpelsten Dinge, zum Beispiel ein Vorhang aus Herbstblättern. Man nehme dazu einfach ein paar bunte Blätter, Beeren und Zapfen sowie ein transparentes Garn.

herbstbaender_01

Dann knotet man ans Garnende eine Frucht zum Beschweren und darüber in unterschiedlichen Abständen die Blattstiele – so viele, wie der Faden lang werden soll.

herbstbaender_03

Zugegebenermaßen ist das etwas ‘friemelig’, aber doch gut machbar (das Annähen der Blätter funktioniert übrigens nicht so gut, denn die reißen dann aus). Mit einem knorrigen Ast, wie hier vom Holunder, lassen sich diese Herbstbänder wunderbar inszenieren:

herbstbaender_02

Wenn wir jetzt aus dem Fenster schauen, sehen wir statt tristem Balkon und Novembergrau einen leuchtenden Vorhang aus tanzenden Blättern: einfach – schön :-)

 

 

Und die Reste von der Bastelaktion landen ruckzuck im Körbchen und zieren das Balkon-Regal …

herbstkorb

 

natürlich zusammen mit einem obligatorischen Kränzchen:

herbstkranz_05

Und nun endlich mal wieder ein Schwenk zu den Handarbeiten: Weil das Rot-Orange so appetitlich ist, hat es auch den Stoffkauf inspiriert:

stoffe

Erste Werke sind entstanden …

naehwerk_2naehwerk_1

doch dazu später einmal mehr.

Farbenfrohe Novembergrüße!

Angelika

Platz ist auf der kleinsten Fensterbank

Fensterbänke sind prima: Innen sonnt sich der Ansatz für den diesjährigen Likör aus grünen Walnüssen (10 grüne Walnüsse, 1 große Zimtstange, 1 Vanilleschote, 6 Nelken, etwas Kardamom, Anis und Fenchel. Aufgegossen mit einer Flasche Wodka. Zitronenschale wird noch dazugegeben, sobald ich Bio-Zitronen kaufen konnte. Und in ein paar Wochen wird die inzwischen schwarz gewordene Flüssigkeit abgesiebt und mit 300 Gramm Zucker aufgekocht :-).

walnusslikör_01

Und außen gedeihen Paprika und Pepperoni in Töpfen fast besser als im Garten. Denn während sie dort vom Dauerregen gestresst werden, kuscheln die Topfkameraden hier regensicher vor dem Südfenster.

Fenster_Paprika

Fenster_Pepperoni_2

Diese wunderbaren Aussichten hinter meinem PC (und Fliegengitter) beflügeln die Arbeit :-)

Lieben Gruß
Angelika

Lecker für die Sommerparty – gut vorzubereiten

Schon zum zweiten Mal in diesem Sommer habe ich Tortilla vom Blech für eine große Runde gebacken. Weil die so praktisch vorzubereiten ist, warm wie kalt gut schmeckt, und das auch noch am nächsten Tag, hier das ungefähre Rezept. Alle Angaben sind sehr variabel – experimentiert ruhig damit!

Zuerst rund 1,5 kg Kartoffeln mit Schale vorkochen, das habe ich schon am Vorabend erledigt. Dann Gemüse putzen und schnibbeln. Ein paar Zwiebeln und Paprika (vielleicht je 3 Stück) würden schon reichen, doch bei mir ging’s bunter zu:

Gemüse

Es wurde kombiniert, was Kühlschrank und Garten hergaben: Paprika, Staudensellerie, Möhren, Mangold, Magentaspreen, Zucchini (geschnippelt ergab das eine große Rührschüssel voll – auf dem oberen Foto fehlt die Zucchini), dazu …

Zwiebel

3 große Zwiebeln und 3 Knoblauchzehen (frisch geerntet). Das Gemüse in Olivenöl sanft andünsten, …

Pfanne

und würzen. Ich nahm: Salz, Pfeffer, Cayenne-Pfeffer, Muskatnuss, etwas Zucker und Zitronensaft. Während alles schmurgelt, die Kartoffeln schälen und würfeln. Dann in einer großen Schüssel mit dem gedünsteten Gemüse mischen:

Kartoffeln

Für den Guss viele Eier aufschlagen (ich hatte 17 Stück – immerhin reicht das fertige Blech ja auch für eine große Meute) …

DSC01267

und mit Sahne oder Ähnlichem verquirlen. Ich nahm heute 1,5 Becher saure Sahne und einen guten Schuss Milch (150 ml?). Auch ein Bund Schnittlauch habe ich noch reingeschnitten.

Dann einen Keil Parmesan reiben (ca. 220 Gramm) …

Parmesan

in die Eiermasse geben und alles mit noch etwas Salz und Pfeffer verrühren (auch wenn der Käse schon gut würzt: die Kartoffeln ‘schlucken’ Aroma). Den Guss auf das Gemüse kippen, vorsichtig alles vermengen und auf ein vorbereitetes (Backpapier plus Olivenöl) Blech streichen.

Blech

Jetzt alles bei knapp 200 Grad für gut 50 Minuten in den Ofen, bis die Masse gestockt ist und die Platte oben leicht bräunt.

Fertig

Und weil ich diese Tortilla/Frittata/Eierspeise nachher ohnehin in Quadrate geschnitten und mit Oliven, Basilikum, Tomaten bespießt mitnehmen werde, konnte die Köchin ein heißes Stück herausschneiden und vorab testen:

Teststück

Auch ohne Deko lecker!

Damit geht’s heute Abend zur langen Näh-Nacht :-)

Lieben Gruß
Angelika

Etwas Erleuchtung kann nie schaden

Windlicht_01

Eigentlich wollte die versierte Freundin mit mir endlich mal wieder Körbe flechten. Vor drei Wochen wurden dafür die Weiden eingeweicht und ein ungefährer Termin ausgeguckt. Doch wie so oft kam alles anders: Die Temperaturen stiegen, die Weide verrottete schneller als erwartet, und wir hatten nicht früh genug Zeit, sie zu verarbeiten. Wie schade – für “gute” und stabile Arbeiten taugte das Material nicht mehr. Doch in Kombination mit Peddigrohr, das man nach kurzem Einweichen sofort verwenden kann, um Brüchiges zu stabilisieren, entstanden an einem Nachmittag wenigstens ein Windlicht und eine Vase.

windlichter

Mit der apfelgrünen Kerze gefällt mir mein Werk nun doch – auch wenn es letztlich nur als Fingerübung geflochen wurde, damit ich nicht alles vergesse. Denn das Flechten ist doch nicht so einfach, wie diese Werke wirken. Und für den Fall, dass ich etwas Ähnliches später mal nachmachen möchte, habe ich das Procedere dokumentiert – damit mir auch später wieder ein Licht aufgeht ;-) oder für den Fall, dass die eine oder der andere so etwas nachmachen möchte.

Die Foto-Anleitung findet ihr auf Seite 2 dieses Beitrags.

Plötzliche Geruchsexplosion

Meine Neuentdeckung bei den Gartenkräutern: Schabzigerklee (Trigonella caerulea)! Den Geschmack kenne und mag ich von verschiedenen Käsesorten her – ähnlich schmeckt der Bockshornklee-Käse. Also habe ich beim Gartenmarkt zugegriffen, als dort junge Pflanzen angeboten wurden, und ein Exemplar zwischen Dill und Bohnen großgezogen.

schabziger_09

Völlig unkompliziert: Wächst fast von alleine, sieht nett aus, produziert hübsche Kleeblüten, welche auch die Bienen lieben, und ergibt ein super-aromatisches Gewürz zum Brotbacken. Daher im Volksmund auch “Brotklee” genannt.

Vor ein paar Tagen wurde gerntet: alles bodennah abgeschnitten und zum Trocknen in eine schattige Balkonecke gehängt. Schnelles Probieren bringt übrigens nichts: Das frische Kraut hat überhaupt kein Aroma. Das entwickelt sich nämlich, ähnlich wie beim Waldmeister, erst durchs Trocknen.

schabziger_02

Und plötzlich ging es los: Beim Betreten des Balkons umwehte einen jeden Tag ein kräftigerer Geruch – ganz markant: nach Curry und grünem Heu. Das heißt, es war Zeit, alles zu zermahlen. Der einfache Zerhacker arbeitete mir nicht fein genug, …

schabziger_08

also nochmals in der Kaffeemühle nachgemahlen.

schabziger_05

Wow – in der Wohnung riecht es wie im Gewürzbasar, obwohl ich nur so eine kleine Menge verarbeitet habe. Die wird nun im Gläschen bis zum nächsten Brotbacken gehütet. Ich freu’ mich schon darauf.

schabziger_07

Vielleicht wird es noch eine zweite oder gar dritte Ernte geben – die Pflanze schiebt schon wieder neue Blätter nach. Und eines ist ganz klar: Nächstes Jahr möchte ich eine ganze Reihe Schabzigerklee aussäen … am besten sogar mehrere Reihen, zeitlich versetzt :-)