Gucken gehen

Letztes Wochenende war’s mal wieder soweit:

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Private Gärten öffneten ihre Pforten für Besucher. Leider war vor allem der Samstag stark verregnet; doch wo ein Wille ist, findet sich auch immer ein Unterschlupf, und sei es in einer vom Regen zusammengeklappten Blüte:

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Drei Gärten in der näheren Umgebung konnten wir besuchen,

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vieles bestaunen …

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(nein, kein Rhabarber, sondern ein jahrzehntealtes Mammutblatt – der Liegestuhl links lässt erkennen, dass die Pflanze mannshoch ist) … und so manche Anregung mitnehmen.

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Nicht vergessen also: den Lieblings(p)fundsteinen einen Ehrenplatz im Garten verschaffen,

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das Gartenkunterbunt mit größeren Inseln aus jeweils nur einer Pflanzenart beruhigen (auf dem Bild unten: hinten Knöterich, vorne eine Spiere),

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dafür an anderer Stelle krasse Kombinationen wagen, etwa die runden Kapuzinerkresseblätter mit Lavendelspitzen durchspießen:

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Ach ja, und einen Rosenbogen möchte ich doch auch noch anschaffen:

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Noch so viel ist zu tun, bis es vor unserer Gartenhütte auch so üppig blüht und gedeiht:

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Doch ganz oben auf meine Merkliste muss ich mir verzeichnen: ab und zu auch einfach nur den Garten in Ruhe genießen! – Dazu hatte ich endlich mal am Sonntag Gelegenheit, als ein Freund die Pforte seines Naturparadieses (in dem wir auch ein Eckchen bewirtschaften) ebenfalls öffnete. Es war richtig ungewohnt, mal stundenlang in Ruhe dort zu sitzen und nett mit Gleichgesinnten zu plaudern. Das sollte ich wirklich häufiger mal tun.

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Und wenn’s in eurer Region mal wieder heißt “Offene Gartenpforte”, dann geht doch auch einfach mal gucken. Die Gartenbesitzer freuen sich!

Herzlichst
Angelika

 

… statt Plastik

Kennt ihr noch den Slogan “Jute statt Plastik”? Gegen Ende der siebziger Jahre avancierte eine kratzige braune Tasche zum Symbol gegen die Wegwerfmentalität und für ein Engagement für die Umwelt und die sogenannte Dritte Welt.

Heute ist die Notwendigkeit, auf überflüssige Plastikartikel zu verzichten, noch dringlicher geworden. Warum also nicht die Freude am Selbermachen mit dem Nützlichen verbinden? So konnte ich im letzten Jahr einige Nähpraxis beim Anfertigen diverser Einkaufs- und Projekttaschen gewinnen. Festes buntes Baumwoll- und Leinenmaterial ließ sich gut im gelbblauen Möbelhaus erstehen. Und dann ging’s “frei nach Schnauze” los:

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Aus unifarbenem Leinenstoff einen Streifen zugeschnitten: doppelte Taschenhöhe plus einer Zugabe für den Boden, dazu die Nahtzugaben. Auf die Mitte dieses Streifens eine Lage bedruckten Stoff genäht – zur Verstärkung und Verschönerung. Aus demselben Stoff eine Tasche aufgesetzt und Henkel genäht (vierlagig, also den Streifen längs mittig geknickt und beide Hälften wieder zur Mitte eingeschlagen). Tasche zusammengenäht, Ecken für den Boden abgesteppt. Die Henkel auf unterschiedlicher Höhe festgenäht – Hauptsache sie sind überm Taschenrand gleich lang und beginnen sowie enden auf derselben Seite. Dann noch ein zum Druckmotiv passender Holzknopf und eine Verschlusskordel aus Sockengarn gedreht. Fertig ist das Modell “Holzweg”!

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Spätere Varianten gerieten dann zunehmend aufwändiger. Eigentlich hatte ich die Produktion auch fotografiert, doch die Dateien sind verschwunden. Wenigstens habe ich noch einige “Fertig-Fotos” gefunden:

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Hier ein Tasche für Strickprojekte, die ähnlich wie die wunderbaren Railroad Totes von PurlSoho entstanden ist. Wieder der unifarbene (also durchgefärbte) Stoff für den Korpus, damit die Tasche nicht von innen plötzlich unfertig-unbedruckt aussieht:

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Natürlich mit Innenfächern für diverse Kleinigkeiten. Alle Nähte ordentlich (mehr oder weniger) mit Schrägband eingefasst, Gurtband für die Henkel verwendet. Außen wurden unterschiedlich hohe Taschen aus bedrucktem Stoff mit ihnen eingefasst – und vorne wieder ein Zierknopf.

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Die Dicke der Stofflagen war für meine Uralt-Nähmaschine kaum zu bewältigen. Nun überlege ich hin und her, was ich mir für die Zukunft wünschen sollte: Eine mechanische ‘unkaputtbare’ Pfaff mit IDT oder eine elektronische Maschine mit Power? (Ratschläge werden gerne angenommen.)

Meine “Meistertasche” hab’ ich aus den gleichen Stoffen genäht, jedoch in vertauschten Rollen: Der Korpus aus dem bedruckten Stoff; deshalb musste ich eine schwarze Innentasche mit diversen Täschchen vorbereiten und mit der Haupttasche verstürzen. Dazu wieder Gurtband und Schrägband, vor allem beim Boden alles in mehrfacher Lage … ein Wunder, dass ich diesen Wust genäht bekommen habe! Und schade, dass ich die Fotos von der Innentasche nicht mehr finde – die hat mich nämlich stundenlange Grübeleien und penibles Messen-Schneiden-Nähen gekostet *stolz-bin*. Doch ihr glaubt es mir auch so ;-)

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Ich finde, das sind schöne Geschenke: brauchen kann man solche Taschen immer – und wenn gerade nicht, dann passen sie flach gefaltet in den Schrank.

Beim nächsten Mal ein anderes Projekt! Lieben Gruß

Angelika

 

Orgien!

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Irgend jemandem muss dieses Wetter ja gefallen. Und meine Flechtzäune scheinen ein attraktiver Partyplatz zu sein … Jedem Tierchen sein Pläsierchen ;-)

Lasst euch die Laune nicht verregnen!

Angelika

Grünes und Kram

Auch immer einen Ausflug wert: der jährliche Gartenmarkt “Jrön un Jedön” im Freilichtmuseum Lindlar.

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Ein schöner Veranstaltungsort im Bergischen Land, wo man an gut aufbereiteten historischen Fachwerkbauen sowie an Beispielen der Landwirtschaft sehen, hören, riechen, fühlen und schmecken kann, wie das ländliche Leben vor 100 Jahren gewesen sein muss. Die perfekte Kulisse …

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für einen Gartenmarkt. Da geht jedes Jahr die Post ab.

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Fürs “Jedön” …

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habe ich mich weniger interessiert, doch dafür kamen einige Allium-Zwiebeln mit, eine Schabzigerklee-Pflanze fürs Kräuterbeet, eine scharfe Chili für den netten Mann an meiner Seite, eine Wiesenraute und dunkelrote Taglilien für den neuen Garten. Die begleitenden Herren stürzten sich dagegen eher auf die Kulinaria: scharfe Soßen, handgemachte Rote-Bete- und Steinpilz-Nudeln … lecker!

Für die Textilinteressierten möchte ich hier noch auf eines der Museumshäuser hinweisen:

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ein Bandweberhaus von 1920. Natürlich originalgetreu ausgestattet und mit Vorführung des alten Handwerks.

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Eine rundum bunte Veranstaltung, dieser Markt.

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Vielleicht mögt ihr ihn euch für nächstes Jahr vormerken?

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Herzlichst

Angelika

P.S.: Gerade erhielt ich noch ein Foto, das beweist, dass mich nicht nur das schwülwarme Wetter ins Schwitzen brachte:

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Ich bin angefixt! Noch diesen Sommer möchte ich einen Kurs der Sensenschule Bergisches Land belegen. Das wäre zumindest für “Garten Nummer 2″ höchst interessant (ein absolutes Biotop).