Ihr Einsatz, Frau Tambourmajor

KnitAngel am 23. Juli 2008

Wie mutiert wohl die Salat- zur Nadelstreifenjacke? Ganz einfach, durchs Tamburieren (oder einfacher ausgedrückt: Aufhäkeln).

Beim Tamburieren handelt es sich um eine alte orientalische Technik, die vor allem in Südosteuropa noch bis weit ins 20. Jahrhundert weiträumig praktiziert wurde. Man spannt dazu einen festen Stoff straff in einen Stickrahmen, vergleichbar der Bespannung eines Tambours - daher leitet sich auch der Name dieser Technik ab. Dann wird mit einem Tamburierhäkchen eine Art Luftmaschenkette aufs Gewebe aufgebracht. Das Ergebnis sieht genau so aus wie eine gestickte Kettenstichlinie. Doch das Tamburieren hat zwei große Vorteile gegenüber dem Sticken: Erstens geht es schneller, und zweitens wird der Faden weniger beansprucht (weil er nur einmal pro Schlinge durch den Stoff gezogen wird).

Und jetzt: Ihr Einsatz, Frau Tambourmajor!

‘Aufgespannt’ habe ich die Jackenteile zwischen meinen Beinen - die normale Haftung des Gestricks an der Jeans reicht dazu schon aus. Dann die Beine bequem auf einen Hocker hochgestellt, und schon hat man die perfekte Arbeitsfläche vor Augen. In einer Hand die Häkelnadel über dem Gewebe, und die andere Hand führt von unten den Faden.

Die Schlinge habe ich vor dem Einstechen immer etwas höher gezogen, als sie letztlich werden sollte, weil beim Durchhäkeln doch alles noch ein wenig zusammenschnurrt. Ich habe die Kettmaschen jeweils zwei Reihen eine Reihe hoch gemacht, also immer nach zwei Querfäden einem Querfaden (zwischen zwei Maschenkolumnen) eingestochen. (KORREKTUR: Auf diesen Bildern hatte ich über zwei Reihen gehäkelt. Warum das in diesem Fall nicht gut war, ist im nächsten Beitrag zu lesen.)

Dann den Faden durchholen …

und wie beim Luftmaschen-Häkeln durch die letzte Schlinge ziehen. Hier sieht man gut, dass sich die tamburierte Linie schön zwischen die Maschenkolumnen einfügt und nicht dick obendrauf liegt, weil ich immer über den Querfäden eingestochen habe.

Ein wenig umständlich ist das Stochern nach dem Faden, wenn man sich mitten in einem größeren Teil befindet. Deshalb klappe ich jetzt mal die linke Hälfte des Jackenrückens hoch, und zeige euch, wie ich den Faden unter dem Teil gespannt halte, um ihn besser um den Haken zu bekommen:

Mein Fazit: Das Ganze ist recht einfach - hat aber eine große Wirkung. Daher sicher auch eine gute Methode, um vorhandene Sachen neu aufzupeppen.

Bilder vom fertigen Werk gibt es dann beim nächsten Mal.

Salut!

Abgelegt unter Jacken, Stricken, Tipps & Tricks | 6 Kommentare

6 Kommentare zu “Ihr Einsatz, Frau Tambourmajor”

  1. Chrissieam 23. Juli 2008 um 15:01

    Liebe Angelika,
    das sieht ja jetzt schon super aus. Und die Idee finde ich auch grandios für Socken. Da fällt mir gleich wieder ein ganzer Haufen an Möglichkeiten ein.
    Ich hoffe, man sieht sich bald mal. Bis dahin….. ;-)))
    Und nun bin ich gespannt auf das Endresultat.
    Viele Grüße
    Chrissie

  2. Tina (Tichiro)am 23. Juli 2008 um 19:50

    Suuuper - das kommt auf die Inspirationen-Merkliste.

    Liebe Grüße
    Tina

  3. Martinaam 23. Juli 2008 um 23:41

    Wow - coole Idee.
    Ich bin gespannt auf das fertige Stück - wird bestimmt prima.

  4. Claudia Strickreicham 24. Juli 2008 um 09:25

    Liebe Angelika,

    klasse, dann brauch ich ja nur noch die “Grundjacke” zu stricken und schon kann der Trommelwirbel beginnen.

    Liebe Grüße
    Claudia Strickreich

  5. KnitAngelam 24. Juli 2008 um 18:56

    Hallo, ihr Lieben,
    schön, von euch zu lesen :-) Da bin ich ja mal auf Variationen dieser Technik gespannt … Claudia, hoffentlich ist dein Arm wieder strick-fit?
    Besten Gruß
    Angelika

  6. […] zufällig durch Knitangel, durch deren Artikel ich neulich stöberte, erfahren. Sie hat dazu diese Beschreibung und Fotos von einer Jacke gezeigt, die sie tambouriert und somit verziert hat. Das Tambourieren […]

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