Und wie habt ihr improvisiert?

Petrus hat unser Weihnachtsfest ganz schön durcheinandergewirbelt, und sicherlich nicht nur das unsere … Am Morgen des Heiligen Abends mussten wir den lange geplanten Familienbesuch am anderen Ende des Bundeslandes absagen – zu schlecht entwickelte sich das Reisewetter. Für diesen Fall (er war ja schon seit Tagen absehbar gewesen) hatten wir noch eine zweite Einladung erhalten, nämlich kurzfristig mit zur Mutter meiner Freundin M. zu kommen. Auch eine sehr schöne Option. Doch am Nachmittag wurde auch diese Heiligabend-Runde wegen der glatten Straßen auf den nächsten Tag verschoben. – Kurz darauf ein Anruf von Freundin U., die uns, als sie hörte, dass wir zuhause blieben, spontan einlud, vorbeizukommen. Also sind wir doch noch ein knappes Stündchen durchs abendliche Schneegestöber gefahren, natürlich gaaaaaanz vorsichtig, und haben einen netten improvisierten Abend mit lieben Freunden verbracht, die sonst leider nur selten Zeit haben. Glück der Improvisation.

Am nächsten Tag dann sitzen wir fein parat gemacht im Auto und freuen uns auf den legendären Sauerbraten der Mutter von Freundin M. Die Straßen sind zwar noch glatt, doch es ist hell und schneit auch nicht mehr, also alles viel einfacher als in der Nacht zuvor. Dachte ich. Denn als der nette Mann an meiner Seite den Zündschlüssel dreht, … tut sich gar nichts mehr. Kein Mucks. Noch nicht einmal ein Lämpchen glüht. Natürlich parken wir auch so herum in unserer engen Einfahrt, dass kein anderes Auto zum Überbrücken in die Nähe passt. So mussten wir auch diese Einladung schweren Herzens absagen. Dafür gab’s einen herrlichen Schnee-Spaziergang :-) Verhungert sind wir übrigens auch nicht, denn mein Aszendent ist bekanntlich Eichhörnchen ;-)

Auch mit meiner Weihnachtspost hat’s dieses Mal nicht so recht geklappt. Zum einen hab’ ich’s gar nicht mehr geschafft, alle Freunde zu grüßen (und bitte hier reumütig um Entschuldigung), und zum anderen hab’ ich noch ‘nen kapitalen Bock geschossen. Schon lange sollte Frau BrBr mit etwas Selbstgestricktem bedacht werden, als klitzekleines Dankeschön für die phantastischen Strickwerke, mit denen sie mich schon beschenkt hat. Endlich kam mir ein Modell vor die Nase, das passend schien, und auch Wolle in der hoffentlich richtigen Farbe. Voià, “Kunigunde”-Stulpen von SpinningMartha:

Schick, nicht wahr? Ich bin eigens noch einmal in die City gefahren, um passenden Knöpfchen zu jagen. Knöpfchen angenäht, Karte geschrieben … und jetzt nur noch schnell ein Erinnerungsfoto, bevor der Umschlag auf die Reise geht. – Und dieses Shooting ließ die Seifenblase platzen:

Stulpen für zwei rechte Hände (was immerhin noch besser ist als zwei linke ;-). Unfassbar. War ich mir doch sicher, auf das anders platzierte Knopfloch geachtet zu haben … Dann fiel es mir wie Schuppen von den Augen: Mal wieder überperfektionistisch, war mir die Festigkeit der Krausrippen nicht identisch genug mit der ersten Stulpe geraten, so dass ich das Bündchen zwei Mal aufgeribbelt … und dabei offenbar das Knopfloch schließlich am verkehrten Ende angebracht hatte. Das kommt davon! Dumm gelaufen, doch eher ein Grund zum Lachen als zum Weinen. (Und sollte Frau BrBr nun ihre Liebe zu Kunigunde entdeckt haben, wird der Schaden repariert.)

Und wie habt ihr dieses Weihnachtsfest improvisiert? Es würde mich freuen, eure Geschichten zu lesen.

Lieben Gruß

Angelika

3 Kommentare

  1. Hallo Angelika,
    die Stulpen sind wunderschön, auch “unperfekt” ;-)

    Ich bin glücklicherweise schon am 23.12. zu meinen Eltern gestartet. Dieses Mal haben wir uns für die B9 entlang des Rheins entschieden. Soweit mir bekannt ist, ist es am Wasser ja immer etwas wärmer als auf der Höhe. Und so sind wir ohne Probleme in die Pfalz gefahren, brauchten nur ne Stunde mehr, weil wir uns einfach auch mehr Zeit gelassen haben.
    Bei meinen Eltern wurde nix improvisiert, wie fahren alle bei Wind und Wetter ;-)

    Heute ging es über die A61 wieder retour, bei Schneetreiben, nasser Fahrbahn und fahruntüchtiger Holländer.

    Liebe Grüße und alles Liebe im Neuen Jahr,
    Isa

  2. Frau B aus W muß immer noch herzlich lachen und jaja ich will.

    Aber lass dir ruhig Zeit, vielleicht will es jetzt gerade einfach nicht sein.

    Ganz herzliche Grüße
    Frau B aus W

  3. Hallo Angelika,

    Ja, da habt ihr einiges improvisiert…
    Wahrscheinlich hat halb Deutschland oder sogar Europa improvisieren müssen. Man kann ja vieles beeinflussen, aber das Wetter nicht.

    Du willst (m)eine Geschichten lesen, also:
    Wir wohnen hier in einem seeeeehr kleinen Ort am Berg; und zwar kurz hinter einer unübersichtliche Kurve. Es hat Vorteile und Nachteile am Berg zu wohnen… Zu den Vorteilen gehört wohl, dass der Gemeinde-Schneeschieber bei uns fast immer fährt, schiebt und auch salzt. Der Nachteil bei diesem Winterdienst ist, dass der geschobene Schnee immer vor unsere Einfahrt (wo mein Auto steht) plaziert wird. Das Auto meines Mannes stand am Strassenrand, aber so, dass dieses von vorne und hinten zugeschoben wurde. Die Hügel waren ca. 80 cm hoch.
    Also hatten wir am ersten Weihnachstfeiertag zu dritt die Auffahrt und mein Auto frei geschaufelt, um zu unserer Einladung wegfahren zu können.
    Am nächsten Tag hatten wir allesamt einen schlimmen Brech-Durchfall… die Einladungen für den folgenden Tag wurden abgesagt. Seit heute kann ich wieder etwas essen…

    Von meinen Männern habe ich 3 Bücher zum Thema Stricken geschenkt bekommen. Am Liebsten würde ich sofort Wolle raussuchen und was Neues anfangen. Aber ich habe mir fest vorgenommen, im alten Jahr noch “altes” zu beenden, und erst im Neuen Jahr ein neues Projekt zu beginnen.

    Und das mit Kunigunde… das tut mir echt leid!
    Liebe Angelika, es gibt schlimmeres, das kannst Du doch reparieren.

    Liebe Grüße
    Angelika

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