Mühselig, aber wird wohl …

Meiner Vorliebe für Gewürzfarben verdankt dieses Garn seinen Platz in meinem Vorrat:

Eine wunderschöne Farbkombination für mich, doch sehr mühselig zu verstricken: Die einzelnen Fädchen des gefachten Garns sind einfach zu unterschiedlich, um sich glatt wegstricken zu lassen. Eine raue Stelle am Finger genügt, um winzige Schlingen aus einer Masche zu ziehen. Dennoch kämpfe ich ich damit durch ein Projekt, weil mir das erhoffte Endergebnis (bei diesmal deutlich reduziertem Perfektionsanspruch) die Mühe wert zu sein scheint.

Es soll ein Pulli werden, dessen Vorderteil bis auf den Ausschnittbereich dicht kraus-rechts gestrickt ist; der Schulterbereich wird durchscheinend wirken, weil die Rückreihen mit größerer Nadel gestrickt werden. Rücken und Ärmel will ich auch derart transparent stricken, denn ich werde ohnehin ein Top darunter tragen.

Das geniale Modell stammt von Sally Melville und trägt den sprechenden Namen “Where’s the Opaque? Sweater. Ich liebe ihre Designs, weil sie sich wirklich Gedanken darum macht, wie ein Werk schließlich sitzen wird. Bei diesem Pulli etwa hat sie die seitlichen Nähe etwas in Richtung Rücken verlagert (also das Vorderteil breiter konzipiert), damit geeignete Damen das rückwärtig transparente Modell ohne etwas darunter tragen können und dabei vor seitlichen Einblicken geschützt sind. Auch die Ärmel sind entsprechend angepasst.

Ein wenig erleichtere ich mir die Verarbeitung des heiklen Materials mit meinen Denise-Nadeln:

Obschon ich anfangs skeptisch war wegen des Plastikmaterials, habe ich den Kauf nie bereut. Sie liegen wunderbar in der Hand, gleiten butterweich durchs Material und haben weiche, abgerundete Spitzen. Ideal für Garne, die sich leicht teilen oder sehr glitschig sind. Die anderen Stecksysteme besitze ich inzwischen auch und weiß ihre Vorteile für manche Projekte zu schätzen; doch von meinen Denise-Nadeln würd’ ich mich nie trennen. (So ist bei diesem System auch die Verbindung zwischen Nadel und Seil die glatteste und stabilste und die am einfachsten zu bedienende!) Doch zurück zum Pulli:

Um die richtige Höhe des Armausschnitts festlegen zu können, muss man – mutig, mutig – das Material dampfbügeln. Bei dem Muster macht das Bügeln ausnahmsweise mal Sinn (ja, ich habe das Eisen wirklich – leicht – draufgestellt). Allerdings das Ganze erst einmal an einem Pröbchen getestet …

zumal ich die genaue Zusammensetzung des Garns nicht kenne. Ist alles gut ausgegangen:

Neu war mir bei diesem Pulli auch die Konstruktionsweise, den Halsausschnitt mit verkürzten Reihen in die eine Richtung anzulegen, dann die Schulterschräge entsprechend mit verkürzten Reihen in die andere Richtung draufzusetzen – und den Rest der Schultermaschen dann zur inneren Ausschnittrundung ‘runterzuklappen’ (noch ohne Foto). Das sieht bei mir noch nicht so ganz schön aus, weil es eine ziemliche Lücke an der Stelle ergibt, wo sich die Maschenlinien aufeinandertreffen. Diesbezüglich wurde also der Perfektionismusmodus wieder eingeschaltet. In den nächsten Tagen werd’ ich die Ausschnitt- und Schulterlinien neu stricken (gaaaanz, gaaaaanz vorsichtig aufmachen …) Ich werde berichten.

Einen schönen Wintersonntag euch allen!

Angelika

4 Kommentare

  1. Wow! Was ist das für eine wunderschöne Färbung! Auf das fertige Modell bin ich gespannt, bitte Tragefotos von Vorn und von Hinten!
    Danke !
    Kerstin

  2. Also die Klappvariante verstehe ich im Augenblick auch nicht – also bitt auf alle Fälle Foto – dann werden wir alle rufen, ja eh’ klar ;-)

    Ansonsten kann ich Ulrikes Kommentar so wie er dasteht unterschreiben.

    LG
    Brigitte

  3. Hilfe!!!

    Bei der Erläuterung der Konstruktion von Halsausschnitt und Schulterlinie mit zweimal verkürzten Reihen habe ich (ohne Foto-Anschauungsmaterial) kapituliert….

    Aus lauter Neugier habe ich mir Deinen Link mit dem Original-Teil angeguckt – und wäre nie darüber gestolpert, so wie das fotografiert und gezeigt ist!! Aber Deine Version in rot-“gewürzt” macht absolut Lust auf mehr….

    Bin sehr auf die Fortschritte gespannt…!!

    LG,

    Ulrike

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