Wer suchet, …

der findet zuletzt auch das (hoffentlich) richtige Garn. Wofür? Um diese Frage zu beantworten, zunächst eine Rückblende zum “Top-Down”-Workshop von Vera Sanon. Es ging um Raglan-Konstruktionen,

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die “Contiguous”-Schultergestaltung, bei der einige Nachteile beachtet werden müssen (Nacken sitzt zu hoch, Schulternähte geraten leicht instabil, dreieckige Armkugel),

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um eingestrickte Ärmel, die entweder gleichzeitig mit dem Oberteil gestrickt …

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(oben rechts in Ansätzen zu erkennen) oder auch nachträglich in ein Armloch eingepasst werden.

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Mein kurzes Fazit zum Seminar: Obwohl ich die meisten Methoden kannte, war der Workshop-Tag sehr lohnenswert, da einem alle Konstruktionen noch einmal im Vergleich präsent gemacht wurden. Außerdem streute Vera Sanon immer wieder kleine Perlen ihrer Strickweisheit ein, die das Einsammeln lohnten. Und schließlich hab’ ich auch unter ihren Designs mehrere Oberteile entdeckt, die mir gefallen. Eines der Sommerjäckchen sollte deshalb als nächstes Projekt auf die Nadeln: die Würfel fielen für das diesjährige “Spring-KAL”-Modell, (das allerdings von unten nach oben gestrickt wird).

Also ging mal wieder die Suche nach dem richtigen Garn los. Es ist ja kaum zu glauben, dass ich trotz meiner riesigen Vorräte immer wieder nichts Passendes zuhause finde. – Wollt ihr ein paar Maschenproben sehen?

bc_seide

Mein Favorit für den Sommer, die Seide von BC (Tussah Tweed, 50 g = 250 m). Leider für diese Jacke zu dünn. (Und vermutlich ein zu grelles Rot auf euren Browsern – sorry, ich kann kein Rot fotografieren.)

Das gleiche gilt für diese wunderschöne Herbstfärbung vom Malabrigo Sockengarn:

malabrigo

Also nach stärkeren Varianten geforscht (lasst euch nicht von den Größenrelationen der Fotos täuschen, an die Einzelläppchen hab ich näher rangezoomt):

mapros

Links ein Mischgarn (Wolle, Viskose, Acryl), das ich vor Urzeiten mal in der Hamburger Wollfabrik erstand, und rechts “Katia linen” (53% BW und 47% Leinen). Für letzteres hatte ich mich zunächst entschieden, denn ich mag den Kontrast von Muster und Material, hier zartem Spitzenmuster und grobem Leinengarn.

Doch damit ging ich der amerikanischen Garnklassifizierung auf den Leim. Die Anleitung verlangt “Fingering or Sport Weight Yarn”, also Sockengarnstärke oder etwas dicker. Das kam mit Katia hin; und auch die MaPro stimmte mit 24 Maschen. Aber, oh Schreck, nachdem ein Knäuel verstrickt war, waren (rundum) erst 5 cm gewachsen.

katia_anfang

Also wäre ich mit den laut Anleitung nötigen 800 yards niemals ausgekommen! Das Garn hätte vielleicht nicht gereicht, und die Jacke wäre mir überdies zu schwer geworden. – Da lobe ich mir doch unsere Lauflängen-Angaben, denn damit wäre mir diese Fehleinschätzung nicht passiert.

War aber gar nicht schlimm, denn so hatte ich die Gelegenheit, bei einem Detmold-Besuch das wirklich lohnenswerte Wollgeschäft “Handarbeiten Müller” zu durchstöbern. Und bin fündig geworden:

geilsk

“Bomuld og uld” von Geilsk (BW-Wolle-Mix), 50 g = 232 m. Perfekt! Nicht nur, weil die Maschenprobe stimmt und das Garn endlos lange läuft, sondern es ist auch noch unglaublich weich. Strickt sich wie Butter in der Sonne :-) Davon also demnächst mal mehr.

Endlich mal wieder Strickerinnengrüße!

Angelika

3 Kommentare

  1. Hallo,
    ich bin in Nöten. Ich habe den Ärmel bis zur Achse4l in Stäbchen gehäkelt. Nun weiß ich nicht weiter. Wie häkelt man eine Armkugel.
    Für einen Tip wäre ich Dir dankbar.
    Ulla

  2. Pingback: Sommerjäckchen |

  3. Liebe Angelika
    Da hast du bestimmt das richtige Garn gefunden für dein tolles Jäckchen. Auch die Farbe gefällt mir sehr. Was du beschreibst von der Passform rund um den Hals und Schulter, finde ich auch so wichtig. Daran scheitert oft ein noch so schönes Muster oft bei mir, dass ich es stricke, obwohl ich meistens einiges so oder so ändere.
    Nun bin ich gespannt auf dein fertiges Stück.

    Liebe Grüsse
    Brigitte

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