Gartenstand Februar 2014

Mein kleiner Garten geht ins dritte Jahr – höchste Zeit, seine Bewegungen mal für mich zu dokumentieren. Ich hab’ mir also vorgenommen, in jeder Monatsmitte Fotos und Notizen zu machen – zur Erinnerung und als Planungshilfe für die Zukunft. Wer mag, kann gerne mit schauen, alle anderen klicken sich halt weg ;-) Heute nun mit “Februar 2014″ ein Einblick in den bislang ausgefallenen Winter.

Dass sich die ersten Frühblüher zeigen, erstaunt ja noch nicht (nota bene: Als Zwiebeln gesetzte Schneeglöckchen bringen nur mageren Erfolg; besser grüne Töpfe aus der Gärtnerei, ggf. nach ihrem Auftritt im Haus, einpflanzen):

fruehblueher

Auch die Wildkräuter wachsen. Was ist das hier (unten) nur? Scharbockskraut?? – Jedenfalls hab’ ich in der Nachbarschaft für einen guten Neustart Waldmeister und Goldnesseln beschnitten.

schoellkraut_9091

Etliche Kandidaten haben sogar durchgeblüht! So hab’ ich beim Rückschnitt der Stauden letzte Levkojekblüten erwischt – und die duften sogar noch. Stiefmütterchen trotzen seit Herbst dem Schneckenverbiss, und der in der Schale vergessene Salat darf endlich auch blühen:

letztjaehrige

Überall schießt und sprießt es. Zwiebeln aus Wiese, Beetrand und Töpfen:

zwiebeln_I

Die Blätter von Flieder und Brautspiere drängen ans Licht und werden täglich größer.

blattgruen

Mit Hilfe meiner Freundin, der Garten-Expertin, wurden bereits alle Rosen geschnitten (schließlich kann ich mich dieses Jahr nicht an der Forsythienblüte orientieren, da ich den alten Strauch letztes Jahr auf Stock setzte, was guten Neuaustrieb ergab, aber vermutlich keine Blüte bringen wird). Dabei hab’ ich entdeckt, dass die Clematis schon sehr weit ausgetrieben hat. Deshalb hier auf einen tiefen Rückschnitt verzichtet (trotz Schnittgruppe 3) und angesichts der noch jungen Pflanzen nur angeknickte Triebe weggenommen.

rose_clematis

Lavendel und Präriekerzen (Gaura Lindheimeri) hab’ ich mutig gestutzt und dabei in der Nachbarschaft festgestellt, dass die Verbena Bonariensis entgegen aller Beteuerungen nicht ausschließlich einjährig wächst: Diese Austriebe sind definitiv nicht von Selbstausgesamtem, sondern sie wachsen an den alten Stängeln, denen ich gerade erst die vertrockneten Blüten genommen hab’.

verbena_bonar_9169

Auch beim Stutzen der Strauchmalve tat ich mich schwer: hüfthoch standen die Zweige noch im Saft. Doch abgesehen davon, dass mir alles zu groß geworden wäre, erhoffe ich mir vom Schnitt auch reiche Blütenfülle:

strauchmalve_9185

Hurra, hurra, mein Tränendes Herz schiebt dickfleischige, rosa-gelbe Blattpilze aus dem Boden. Die Fetten Hennen glucken schon ordentlich vor sich hin. Die Lupinen spielen mit jedem Regentropfen. Die Bauernhortensien sind schon viel zu vorwitzig – bei Frost werden sie das noch bereuen (obschon ich natürlich Abdeckmaterialien bereithalte). Ihre alten Blüten hab’ ich ihnen weggenommen.

stauden_trieb

Bald ist auch die Rispenhortensie dran, die einen tiefen Rückschnitt braucht. Doch solange ihre Augen nicht schwellen, bleiben die ollen ‘Schafsköpfe’ noch stehen.

rispenhortensie_9181

Und was mach’ ich mit dem Sommerflieder? Darauf vertrauen, dass es mild bleibt, und ihn jetzt schon herunterschneiden, damit er früh blüht – oder doch lieber noch etwas warten, um Frostschaden zu vermeiden? (In jedem Fall: Stecklinge machen).

sommerflieder_9179

Die Spindelsträucher sind rasiert; vielleicht sollte ich auch die mächtigen Kirschlorbeersträucher stutzen, die vertragen das ja gut. Dann steht noch der Friseur für die vielen Kräutertöpfe an. Und weiterhin gelegentliche Mangold-Ernte – sowie Vorfreude auf ein paar schwarze Johannisbeeren im Blumenbeet.

esssbares

… und Vorfreude auf die vielen unbekannten Kandidaten, die aus der Erde spitzen (treibt Phlox rot aus???)-.

unbek_9074

Was noch tief schläft, das sind vor allem die Funkien und Astilben – ganz im Gegensatz zu Akelei und Lungenkraut, die sich schon mächtig ins Zeug legen.

akelei_lungenkraut

Es ist nun jeden Tag spannend, draußen eine Runde zu drehen. Vieles hab’ ich jetzt noch vergessen, und diese Notiz ist genau so durcheinander wie mein Gartenchaos, doch die auffälligsten Dinge hab’ ich wohl notiert. Mal sehen, welche Abweichungen sich in späteren Februaren ergeben werden – bei diesem milden “Winter” sind Änderungen zu erwarten. Ich freu’ mich jedenfalls über den vorgezogenen Frühling und hab’ vor ein paar Tagen schon gemütlich meinen Kaffee draußen in der Sonne getrunken – bei circa 20° in der (windgeschützten) Sonnenlage :-)

Gärtnerinnengrüße!

Angelika

3 Kommentare

  1. Liebe Angelika;

    danke für Deine ausführliche Fotostrecke nebst Erläuterungen…:)

    Wenn ich mir dein üppig sprießendes Grün so betrachte, merke ich mal wieder, wieviele unterschiedliche “Klimazonen” es in Deutschland (sogar im gleichen Bundesland) gibt.Bei uns – in “westfälisch Sibirien”(zumindest war das die letzten 3 Winter so) – blüht und wächst zwar auch schon so einiges- aber dann doch eher so die Klassiker (Schneeglöckchen, Krokusse, Weide, Duftschneeball und die ersten vorwitzigen Forsythienblüten), aber von 20° und tränenden Herzen sind wir noch meilenweit entfernt, auch wenn dieser Winter der mildeste war, an den ich mich erinnen kann…

    Freue mich schon auf die Fortsetzungen deines Gartentagebuches:)

    Liebe Grüße,

    Ulrike

  2. In Deinem Garten tut sich schon was.
    Was bei mir draussen so los ist kann ich nur ahnen, sicher ähnlich wie bei Dir. Nur ich bin zur Zeit wegen fiesen Grippe-Viren ausser Gefecht gesetzt und schaute heute nur mal aus dem Fenster… Über fast allem liegt noch reichlich braunes Laub vom letzten Herbst. Das lassen wir auch möglichst lange liegen, es schützt das empfindliche, zarte Grün vor noch zu erwartenden Frösten. Die Tulpen und Muscari schauen schon viele Zentimeter aus der Erde bzw. aus dem Laub heraus und verschiedene Büsche haben schon ausgetrieben, die eigentlich noch zurüchgeschnitten werden müssten…
    Und ich werde auf keinen Fall wegklicken wenn es hier Gartenfotos und dazugehörige Erklärungen und Tipps gibt. Für mich immer wieder interessant.

    Einen sonnigen Frühling wünscht Dir
    Angelika

Hinterlasse eine Antwort

Pflichtfelder sind mit * markiert.