Wie dumm ist das denn?

So lachte mich zum Jahreswechsel mein Geburtstagspaket an:

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Mit solch einer Schatzkiste möchte jede Strickerin am liebsten sofort loslegen. Doch die Vernunft siegte, und produzierte wurden erst einmal gefühlte hundert Fitzelchen:

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Die darauf verwandte Energie hätte wohl schon ein viertel Pulloverteil erbracht. Allerdings hätte “Ness” ohne die Maschenproben kaum gepasst, denn mit der angegebenen 4er-Nadel hätte ich nie und nimmer 27,5 “Tweed”-Maschen auf 10 cm gequetscht bekommen. “Nadel 3,25″ lautete schließlich die Devise.

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Allerdings sollte frau sich später auch nach ihrem Ergebnis richten … sonst beschleicht sie während der Produktion zunehmend das Gefühl, dass das Gestrick doch etwas eng wirkt. Hmmm – das Zopfmuster lässt große Partien offenbar stärker zusammenschnurren als die kleinen Proben – oder??? Und außerdem war große Teil ja noch nicht im Bad, wobei Rowans “Tweed” stark aufblühen wird. – Alles gut also?

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Nein, nicht wirklich: Erst nachdem oben am Rücken der Nadelwechsel fürs neue Garn ansteht, trifft mich der Pfefferminzschlag. Ich habe es doch tatsächlich fertiggebracht, treudoof mit der kleineren Bündchennadel weiterzustricken (3,0 statt 3,25) und das trotz kritischem Maschenausmessen zwischendurch nicht zu bemerken. Falsche Nadel: Wie dumm ist das denn? (Eindeutige Prognosen sind bei dem Muster allerdings auch nicht möglich, weil leichtes Ausstreichen sofort 10 cm mehr bringt; doch wie stark werden die beim Tragen zurückschnurren?)

Schließlich hab’ ich mich für Fatalismus und einen Mini-Keil entschieden: Das Vorderteil erhielt ein paar linke Maschen mehr am Rand, die bis zur Taille wieder abgenommen wurden. Das ist jetzt auch die Gelegenheit, mir zu notieren, dass bei Rowan-Anleitungen offenbar keine Randmaschen mit angegeben sind. Bin drauf reingefallen; hoffentlich geraten die Nähte trotzdem ordentlich.

Doch es kommt noch dicker. Problem Nummer drei: Trotz gleicher Farbpartie zeigt ein Knäuel eine deutliche Farbabweichung! Wie ich inzwischen auf ravelry las, kein Einzelfall bei der “Tweed”. Das sieht man aber leider erst, nachdem ein größeres Stück hochgestrickt wurde und man mit Abstand auf das ausgebreitete Teil guckt. Vorher hält man den seltsamen “Strich” in der Textur lediglich für eine markante Garnstrecke der Tweed-Mischung. Am “Indoor”-Foto lässt sich noch am besten erkennen, dass oberhalb des Pfeils alles deutlich heller ist:

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Doch nicht genug der Pleiten, des Pechs und der Pannen: Die Garnmenge reicht nicht, und es waren nur noch zwei Knäuele derselben Farbe vorrätig. Hoffen wir, dass die genügen (und dass nicht noch ein Farb-Ausreißer dabei ist).

Nun bin ich gespannt, was für Herausforderungen der Fair-Isle-Teil noch stellen wird – mit ungewöhnlich dickem Garn, dessen Farbverläufe es nicht einfach machen, Ärmel, Vorder- und Rückenteil zueinander passend zu bekommen. Außerdem droht das Einweben in den Rückreihen. Hoffen wir also das Beste!

Vorerst aber stricke ich die Zopfpartien der Ärmel – immer wieder unterbrochen von anderen Projekten, die termingebunden sind und somit Vorrang haben. Daher wird Ness wohl mal wieder zur Unzeit fertig – vermutlich bei sommerlichen Temperaturen ;-)

Ein gute Woche für alle!

Angelika

 

 

 

3 Kommentare

  1. Hallo Angelika,
    Hallo Angelika,

    ich möchte gerne die 10 Maschen-Decke für mein Enkelkind stricken. Die PDF-Datei lässt sich aber leider nirgends mehr runterladen. Könntest du sie mir bitte schicken!?

    Vielen Dank und liebe Grüße aus Vorarlberg
    Kornelia

  2. CentOs und Apache, sowie die Datenbank ist besiegt und Angelika wieder erfolgreich online.
    Schön “dich” wieder zu sehen
    Habe gestern und heute zufällig des öfteren probiert …

  3. Liebe Angelika,
    was für eine Überraschung! nach soooo langer Zeit wieder was von Dir zu lesen.
    Ein sehr schönes Projekt strickst Du, braucht etwas Geduld aber auch grosse Freude später, so ein ausgefallenes Model.
    Hast Du dich schon an den “Strich” gewöhnt? Kenne das von mir, wenn mit eine Unregelmäßigkeit auffällt und ih versuche sie zu überresehen, da ich keine Lust auf trennen habe, strike weiter mit der Hoffnung es wird keinem auffalen.
    Leider, so ist das bei mir, sehe später die Stelle immer wieder, und bereue dass ich es nicht verbessert habe.
    Wenn auch Dir so geht, dann könnte ich Dir empfehlen, die 2 verschiedene Knäule so verstricken, dass Du JEDE Reihe den Faden wechselst und aus anderem Knäul die Reihe strickst.
    So bekommst Du den Farbunterschied unsichtbar “vermischt”.
    Auf keinen Fall Hin und Zurück aus dem gleichem Knäul- so entstehen leichte Ringel.
    Bin gespannt wie Du handhaben wirst?
    wünsche Dir eine gute Entscheidung und
    Freude an der Passe – es wird nicht langweilig das Muster zu stricken.
    Liebe Grüße
    Maya

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