… statt Plastik

Kennt ihr noch den Slogan “Jute statt Plastik”? Gegen Ende der siebziger Jahre avancierte eine kratzige braune Tasche zum Symbol gegen die Wegwerfmentalität und für ein Engagement für die Umwelt und die sogenannte Dritte Welt.

Heute ist die Notwendigkeit, auf überflüssige Plastikartikel zu verzichten, noch dringlicher geworden. Warum also nicht die Freude am Selbermachen mit dem Nützlichen verbinden? So konnte ich im letzten Jahr einige Nähpraxis beim Anfertigen diverser Einkaufs- und Projekttaschen gewinnen. Festes buntes Baumwoll- und Leinenmaterial ließ sich gut im gelbblauen Möbelhaus erstehen. Und dann ging’s “frei nach Schnauze” los:

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Aus unifarbenem Leinenstoff einen Streifen zugeschnitten: doppelte Taschenhöhe plus einer Zugabe für den Boden, dazu die Nahtzugaben. Auf die Mitte dieses Streifens eine Lage bedruckten Stoff genäht – zur Verstärkung und Verschönerung. Aus demselben Stoff eine Tasche aufgesetzt und Henkel genäht (vierlagig, also den Streifen längs mittig geknickt und beide Hälften wieder zur Mitte eingeschlagen). Tasche zusammengenäht, Ecken für den Boden abgesteppt. Die Henkel auf unterschiedlicher Höhe festgenäht – Hauptsache sie sind überm Taschenrand gleich lang und beginnen sowie enden auf derselben Seite. Dann noch ein zum Druckmotiv passender Holzknopf und eine Verschlusskordel aus Sockengarn gedreht. Fertig ist das Modell “Holzweg”!

Holzknopf

Spätere Varianten gerieten dann zunehmend aufwändiger. Eigentlich hatte ich die Produktion auch fotografiert, doch die Dateien sind verschwunden. Wenigstens habe ich noch einige “Fertig-Fotos” gefunden:

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Hier ein Tasche für Strickprojekte, die ähnlich wie die wunderbaren Railroad Totes von PurlSoho entstanden ist. Wieder der unifarbene (also durchgefärbte) Stoff für den Korpus, damit die Tasche nicht von innen plötzlich unfertig-unbedruckt aussieht:

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Natürlich mit Innenfächern für diverse Kleinigkeiten. Alle Nähte ordentlich (mehr oder weniger) mit Schrägband eingefasst, Gurtband für die Henkel verwendet. Außen wurden unterschiedlich hohe Taschen aus bedrucktem Stoff mit ihnen eingefasst – und vorne wieder ein Zierknopf.

shopper_klein_01

Die Dicke der Stofflagen war für meine Uralt-Nähmaschine kaum zu bewältigen. Nun überlege ich hin und her, was ich mir für die Zukunft wünschen sollte: Eine mechanische ‘unkaputtbare’ Pfaff mit IDT oder eine elektronische Maschine mit Power? (Ratschläge werden gerne angenommen.)

Meine “Meistertasche” hab’ ich aus den gleichen Stoffen genäht, jedoch in vertauschten Rollen: Der Korpus aus dem bedruckten Stoff; deshalb musste ich eine schwarze Innentasche mit diversen Täschchen vorbereiten und mit der Haupttasche verstürzen. Dazu wieder Gurtband und Schrägband, vor allem beim Boden alles in mehrfacher Lage … ein Wunder, dass ich diesen Wust genäht bekommen habe! Und schade, dass ich die Fotos von der Innentasche nicht mehr finde – die hat mich nämlich stundenlange Grübeleien und penibles Messen-Schneiden-Nähen gekostet *stolz-bin*. Doch ihr glaubt es mir auch so ;-)

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Ich finde, das sind schöne Geschenke: brauchen kann man solche Taschen immer – und wenn gerade nicht, dann passen sie flach gefaltet in den Schrank.

Beim nächsten Mal ein anderes Projekt! Lieben Gruß

Angelika

 

3 Kommentare

  1. Liebe Angelika,
    schön, deine Fotostrecke….:)
    Ganz herzliche Grüße von der dankbaren Empfängerin deiner “Meistertasche”

  2. Liebe Angelika,

    schön sind sie, Deine Taschen! Ich glaube, Du hast gerade “Viren” gestreut… ;-)

    Liebe Grüße, Monika

    • Liebe Angelika;
      sehr schöne Taschen sind Dir hier gelungen, und wirklich schöner anzusehen als diese Jute-Taschen von damals…
      Und was für ein Zufall, erst vor einigen Wochen habe ich selbst einige einfache Stofftaschen genäht, die meisten aus Reststücken, zum Verschenken an gewisse Personen (so als kleiner Hinweis, doch endlich keine Plastiktüten mehr im Supermarkt mitzunehmen).
      Ach, das mit einer neuen Nähmaschine… die Wahl könnte schwierig werden.
      LG
      Angelika

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