Archiv für die Kategorie 'Färben'

Das Zwiebelschalen-Experiment

KnitAngel am 11. Oktober 2010

Und so ist es ausgegangen, …

das Zwiebelschalen-Experiment (mit kalt-gebeizter Wolle). Resultat des ersten Zugs, tropfend nass auf dem Wäscheständer - daher noch so schön satt in der Farbe:

So dann getrocknet: Rechts der erste Zug, Mitte und links Stränge aus dem zweiten Zug, die noch 48 Stunden in der Brühe lagen.

Schön, nicht wahr?

Weil die Suppe auch beim zweiten Zug kaum etwas von ihrer Farbkraft eingebüßt hatte, hab’ ich sie verwahrt. In einem Malereimer mit Deckel. Hoffentlich schimmelt sie nicht zu schnell. Sonst muss ich wieder ein ganzes Jahr lang Zwiebelschalen sammeln ;-) (Ja, ich weiß, man kann sie auch kaufen, aber das ist für mich dann doch nicht sooo reizvoll.)

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Kupfergold

KnitAngel am 1. Oktober 2010

Das Wetter war so schön, und der Sack mit den über ein Jahr penibel gesammelten Zwiebelschalen hatte ein störendes Ausmaß angenommen. Also wider alle Vernunft (der abzuarbeitende Berg auf meinem Schreibtisch wächst und wächst):

Zwiebelsüppchen spezial. Weil die damit kontaktgefärbten Stränge aber erst trocken sollten, bevor’s ans Auswaschen geht, kommen die Ergebnis-Fotos erst in einigen Tagen. Nur so viel vorab: Ich bin begeistert. Ein sattes Kupfergold.

Damit ihr in der Zwischenzeit trotzdem etwas Verlockendes anschmachten könnt, öffne ich mal mein Schmuckkästchen:

Pretiosen aus dem Atelier von Frau Maschenkunst. Bei Tageslicht zugegebenermaßen nicht ganz so geheimnisvoll funkelnd, aber nicht minder schön (na ja, sofern man Gelb- bzw. Goldfarbiges mag):

ArtYarns “Mohair Splash” (74% Seide mit Glasperlen und Pailetten; 26 % Mohair) und Noros “Flower Bed” (35% Seide, 35% Kid Mohair, 30% Wolle).

Aber nein, nein, obwohl ich den daraus geplanten Schal (Isa hat ein hübsches Modell für diese Maschenkunst-Kits entworfen) schon gut gebrauchen könnte, strick’ ich erst mein Seidentop fertig (wozu mir angesichts der Jahreszeit zunehmend die Motivation fehlt).

… durchhalten …

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Symphonie in Orange

KnitAngel am 26. September 2010

Wenn ich mit Naturfarben färbe, ein- bis zweimal im Jahr, dann verfliegt die Euphorie während der Arbeit immer irgendwann. Spätestens nach vier Stunden Aufbauen, Stehen, Rühren, Bücken, Heben, Waschen, Spülen (meist erst die Halbzeit) fluche ich innerlich und frage mich, warum ich mit diesem Schwachsinn derart viel Wasser, Strom und auch meiner eigenen Kraft verbrauche. Schließlich besitze ich mehr als genug Wolle … All diese Gedanken sind im Nu verflogen, wenn das Ergebnis zu sehen ist:

Ist das nicht schön?  Eine Symphonie in Orange, alles fein abgestuft. Die großen Stränge sind reine Merinowolle, rechts außen (mein Favorit) ein Strang Sockenwolle, und der andere dünne Strang (der helle, zweiter von links) war vor dem Färben hellgelb und scheint mir entweder Seide oder Baumwolle zu enthalten. Näheres ist unbekannt. (Bis auf einen Merinostrang) alles vorbehandelt mit Kaltbeize nach Johannes Harborth. Flotte aus 50 % Orleansaat und 10 % Cochenille nach einem Rezept von Dorothea Fischer.

Die drei Stränge rechts stammen vom ersten Zug. (Ist dieses satte Hokkaidokürbisherbstorange des Sockengarns nicht klasse? Leider nicht mein Strang.) Die drei Stränge links aus dem zweiten Zug, mit Färbedrogen gekocht - das Cochenille offen, die Orleansamen im Beutel. Einer der beiden großen linken Stränge stammt allerdings noch aus einer Alaun-Beiz-Aktion, von mir intelligenterweise nicht markiert ;-) Der ganz linke lag noch weitere 24 Stunden in der Flotte.

Das obere Bild nun bei Kunstlicht aufgenommen - hier scheinen mir die Farben am besten getroffen!

Kostbare Schätze, auch wenn die Orleansaat-Färbungen wohl nicht besonders lichtecht sind. Das nehme ich in Kauf und lasse sie in Würde altern. So langsam dürften meine Vorräte (Schilf-Grün, Walnuss-Braun, Kamille-Gelb, jetzt das Orange) für eine Decke reichen. Bei nächster Gelegenheit werd ich sie mal draußen zusammen fotografieren.

Und nun verabschiede ich mich mit einem “Making of” und wünsch’ euch einen guten Wochenanfang!

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Grüße aus der Hexenküche

KnitAngel am 24. September 2010

Kein Sanddornshake, keine Kürbissuppe, sondern mit Soda eingeweichte Orleansamen, frisch aufgemixt und schließlich im Färbetopf.

 

Keine Tomatensuppe, sondern pulverisierte Läuse: Cochenille, eingeweicht mit Weinsteinrahm, damit’s ein wärmerer Farbton wird. Hier sieht man schon vor dem Kochen sehr schön die Teerablagerungen. Diese ließen sich aber später völlig problemlos mit etwas Küchenpapier absaugen.

Und jetzt? Lasst euch überraschen. Noch ist die Produktion nicht fertig.

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… nicht das, wonach es aussieht ;-)

KnitAngel am 14. Mai 2010

Das ist jetzt nicht das, wonach es aussieht. Ehrlich nicht!

Sondern das Ergebnis einer langen Geschichte:

Im letzten Herbst wurden beim monatlichen Spinn-Stammtisch Walnuss-Färbungen gezeigt. Wunderschöne! Ist doch klar, dass ich quengeln musste, dass ich auch sooooo gerne einen Walnussbaum hätte. Die liebe S. erbarmte sich meiner und bot an, mir etwas von ihrer bereits etwas betagten Jauche Färbeflotte abzugeben. Prima, ich könnte nämlich noch ein helleres Beige für meine geplante Naturfarbendecke gebrauchen. Beim nächsten Treffen konnte S. zwar nicht kommen, doch eine nette Botin nahm ihr meinen leeren Eimer mit. Wieder einen Monat später kam die Brühe - wieder via Botin - retour. Allerdings war es inzwischen viel  zu kalt, um draußen zu färben - der Eimer fror im Nullkommanix ein. Weitere Monate später, inzwischen war das Gemisch aufgetaut, mit Wolle bestückt und mehrfach auf nahezu 30 Grad erhitzt worden (oh ja, die hatten wir schon in der Sonne), wagte ich mich an das Experiment. Todesmutig. *Puh*.

Und dieser Schlamm soll irgendwie wieder aus der Wolle rauszubekommen sein?

Nicht gerade ermutigend, was da nach der ersten langwierigen Spülung vor mir lag:

Man beachte die Wasserfarbe vor der zweiten Spülung …

und Sekunden später:

Teerartigen Ablagerung hatten sich an vielen Stellen in den Faden hineingefressen:

Irgendwie habe ich offenbar schizophrene Züge. Einerseits achte ich darauf, Wasser zu sparen und bemühe mich um meine Gesundheit, und dann spüle ich solch eine Sauerei …

ewig lang in gebückter Haltung aus einem Strang Wolle. (Den hätte man bestimmt irgendwo in passender Farbe günstiger kaufen können …)

Dann noch eine Nacht im Wollwaschmittel, ein neuer Spülgang, ein zweiter Waschgang, ein Essigbad … und jetzt das zugegebenermaßen nicht gerade spektakuläre Ergebnis:

Aber immerhin: selbst gemacht :-)

Das ist der weitere Vorrat für die ‘Irgendwann-Decke’:

Schilf-Grün …

sowie Kamille-Gelb, Natur und ein dunkel-melierter Walnuss-Strang.

Diesen Sommer kommt dann noch Orange-Rot dazu (Orleans-Saat / Krapp, ggf. mit etwas Cochenille), und dann solle es eigentlich passen. Oder hat hier jemand noch eine schöne farbliche Ergänzung vorzuschlagen? (*Hihi*, ich komme gerade vom Friseur mit einem frischen Walnuss-Kupfer-Ton. Vielleicht hätte ich mir etwas von der Pampe abfüllen lassen sollen?)

Schönes Wochenende!

Angelika

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Designerfärbung - “quick & dirty”

KnitAngel am 31. Mai 2009

Warum immer so viel Arbeit in Färbeaktionen investieren? Es geht doch auch so viel einfacher und schneller - ohne tagelanges Waschen - Beizen - Kochen - Spülen. Als Beweis hier meine neueste Designerfärbung:

Wollt ihr auch so schön verzierte Wäsche haben? Hier das Rezept:

Man nehme einen großen Pott Kaffe und platziere ihn (was man ja nie tun sollte, was aber jeder tut :) am PC-Arbeitsplatz. Dann geht alles ganz schnell:

- Kaffee über die Tastatur kippen

- dieselbe sofort mit der rechten Hand umdrehen und gleichzeitig mit der linken Hand die Papierstapel retten

- ins Bad rennen und die erstbesten Frottiertücher aus dem Wäschekorb zerren

- ins Büro zurück rennen und den Kaffee-See unter der Tastatur damit aufsaugen

- in die Küche rennen und eine Rolle Küchenkrepp holen

- mit dem Papier den Kaffeefleck aus dem Teppich saugen

- nach gebührender Abtropfzeit die Tastatur umdrehen und in stundenlanger Kleinarbeit die letzten Kaffeereste mit Krepp aus den Ritzen saugen

- Multitaskingfähigkeit beweisen: gleichzeitig die Handtücher vom Schreibtisch nebst anderer Wäsche in die WaMa befördern und ein 60°-Programm starten

- mit Stolz bemerken, dass man mit der Tastatur noch schreiben kann

- endlich arbeiten

- Wäsche aus der WaMa holen, sich über das  gelungene Kunstwerk freuen und alles aufhängen (vielleicht sind die Tücher ja noch für den Umzug zu gebrauchen)

- erleichtert erkennen, dass die vergebliche Suche nach dem gelben Textmarker nicht am eigenen Siebhirn gescheitert war

- am Abend versuchen, das Beweisfoto zu zeigen, und dabei feststellen, dass entweder das Bildbearbeitungsprogramm kaputt ist oder die Tastenkombination [STRG + ALT + irgendwas] plötzlich ein Eigenleben entwickelt hat …

- beichten und neue Tastatur besorgen

Viel Spaß beim Nachmachen!

;-)

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Kamille-Beige-Gelb

KnitAngel am 26. Mai 2009

Recht kurzfristig hatte sich das letzte Wochenende zum Färben (mit Naturfarben) angeboten. Dank schneller Lieferung des Wollschafs hatte ich reiche Auswahl, und Kamillegelb hat das Rennen gemacht. Die Vorbereitungen waren diesmal besonders unorthodox:

So sah die Wolle im Kamillesud aus, die ich am Abend zuvor in 20%iger Alaunlösung gebeizt und dann über Nacht (!) darin hatte auskühlen lassen:

Zwar auch ein warmer, goldschimmernder Ton, aber doch eher Beige als Gelb. Die Beize hatte das Garn zudem ziemlich struppig gemacht; ich weiß nicht, wieviel Anteil daran das über Nacht verlängerte Bad hatte. Dies war keineswegs gewollt, sondern hat sich einfach so ergeben, weil ich die Nachbarn nicht mitten in der Nacht damit wecken wollte, dass im Hof das Wasser rauscht. (Weiß hier übrigens irgendjemand, wie man Alaunbrühe am umweltfreundlichsten entsorgt? Ich hab’ schon mehrfach das Web durchsucht, aber keine Antwort gefunden. Ist die wirklich so unschädlich, wie es das gängige deutsche Färbebuch suggeriert?)

Deutlich besser gefiel mir bereits in der Färbeflotte die Wolle, die ich mit Karin Tegelers Kaltbeize vorbehandelt hatte. Dabei hatte ich hier eher eine Katastrophe vermutet, weil diese Stränge seit letztem August (!!!) in der Beize gelegen hatten. Doch wider Erwarten:

das erhoffte Goldgelb - auf deutlich weicherem Garn :-) [Nachtrag: Das war der zweite Zug, allerdings mit frischem Färbedrogenbeutel.]

Die Farben haben sich auch nach dem Waschen, Spülen, Essigbaden und Trocknen nicht wesentlich verändert:

Links das alaungebeizte Garn (kratziger), in der Mitte das kaltgebeizte (weicher). Daneben, nur um die schöne Harmonie der Naturfarben zu demonstrieren, ein unbehandelter Strang und meine berühmt-berüchtigte Walnussfärbung. Dazu müsst ihr euch jetzt noch meine wunderbaren Schilfblüten-Grüntöne vom letzten Jahr denken sowie Rot-Orange-Töne, die ich demnächst aus Krapp, Orleanssaat und vielleicht Cochenille zaubern möchte. Das Ganze ist immer noch für eine große Decke in breitem Zackenmuster geplant.

Mein Fazit: Demnächst möglichst nur noch Kaltbeize! Die ist zwar teurer, dafür aber unheimlich ergiebig; man kann die Wolle ewig darin aufheben und spart Strom, Zeit, und Muskelkraft, weil das Beizen im Kochtopf entfällt. Und außerdem schont sie die Wolle und ergibt leuchtendere Farben.

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Walnusskuchen

KnitAngel am 23. Dezember 2008

Man nehme:

einen Helfer, der bereitwillig die grünen Außenschalen von den frühe Nüssen pult (eine Aktion, die wochenlang Freude bescheren kann;-) - ein großes Zwiebelnetz, in das man die (interimsweise eingefrorenen) knapp 2 kg Schalenstücke einbindet - einen Eimer mit Regenwasser - einen Strang von ca. 220 g Wolle (ungebeizt).

Man falte nun das Nussschalennetz um den Strang, versenke das Ganze im Wasser und beschwere es mit einem alten Teller. Dann schön zudecken - und vergessen *räusper*. Zwei Tage sollten ja eigentlich reichen - mein Langzeitexperiment erstreckte sich auf deutlich mehr als zwei Wochen … Dann halte man unbedingt die Luft an, bevor man den Teller von der übel stinkenden, inzwischen leicht gärenden Jauche hebt. Es  gilt nun abzuwägen, ob man alles direkt entsorgt, oder sich die Mühe macht, die Wolle zunächst so, wie sie stinkt, trocknen zu lassen, dann mehrfach zu waschen und zu spülen und in Essigwasser zu legen, bis sie wieder appetitlich ist.

Wie man sieht, habe ich mich tapfer für Letzteres entschieden und finde das Farbenspiel von Kupfer bis Milchkaffee sehr gelungen. Eine weitere Zutat für meine geplante Zackendecke aus Naturfarben. (Lediglich auf weitere Farbzüge habe ich aus wohl nachzuvollziehenden Gründen verzichtet.)

P.S.: Wer bei dem Wiesenfoto an etwas anderes gedacht hat, nur weil ich mir nicht die Mühe gemacht habe, ein Foto vom Strang in Backform zu inszenieren, soll sich jetzt was schämen.

;-)

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Grün macht Arbeit - viel Arbeit!

KnitAngel am 22. August 2008

So langsam reicht es selbst mir mit Grün. Aber ich bin euch noch einen Beitrag zu meinen Schilfblüten-Färbungen schuldig. Ihr erinnert euch?


Es begann damit, dass ich vor einigen Wochen völlig verblüfft war, als ich zu den schon längst ausgespähten Schilfzonen am Rhein zog, um einige Blüten zu ernten, und feststellen musste, dass auf wirklich weiter Strecke so ziemlich _alle_ Blüten abgeschnitten waren. Es muss also hier in der Nähe noch jemand etwas damit anfangen können und überdies einen riesigen Bedarf haben. - Einerseits lustig, andererseits jedoch schade, denn ich hatte das Grün, das mit diesen Pflanzen auf Wolle erzielt werden kann, im Vorjahr bei Thea gesehen (die wunderbar färbt, spinnt und strickt … und, und, und - nur leider nicht bloggt), und war seitdem begierig, diese Färbung auszuprobieren.

Das folgende Wochenende allerdings brachte reichliche Entschädigung: Beim Abendspaziergang entdeckten wir, dass diese Pflanzen offenbar üppig genug wuchern, um in kurzer Zeit neue Blüten zu treiben. Also ernteten wir spontan einen großen Leinenbeutel voll (nicht ohne uns bei den Pflanzen zu bedanken :-). Wie gut, dass ich - offenbar hellsichtig genug - rechtzeitig bei Karin Tegeler Kaltbeize bestellt und dazu noch Wolle gewaschen und in die Beize gelegt hatte. Weil es aber schon zu spät zum Färben war, wurden die Gräser erst einmal eingeweicht (wie es Dorothea Fischer in der zweiten Auflage ihres Färbebuchs auch empfiehlt):

Am nächsten Tag der große Clou: Ein Päckchen von Thea!?! - Sie hatte von meiner Enttäuschung gelesen und war im Urlaub spontan mit ihrem Mann an das Elbufer gezogen, um dort für mich die Objekte meiner Begierde zu ernten. So kam ein Care-Paket mit prächtigen Schilfblüten von Dresden nach Köln. Mit einer perfekten Färbeanleitung, wunderschön auf handgeschöpftem Papier geschrieben.

Danke Thea! Was war das für eine Freude :-)))

Jetzt hatte ich auf einmal doppelt soviel Färbedroge - nur leider nicht genügend Wolle in der Kaltbeize. … Wer den Mann an meiner Seite kennt, weiß, dass ihn fast unmögliche Herausforderungen besonders anspornen. In diesem Falle war es mein Seufzer “Ach, wie blöde, dass ich am Samstag Nachmittag kein Alaun bekomme, sonst könnte ich jetzt Alaun- mit Kaltbeize vergleichen” … Er düste sofort los, wurde in einer weit entfernten Apotheke tatsächlich fündig und kam stolz wie Oskar mit dem gewünschten Pulver zurück :-).

Petrus spielte auch mit, und so wurden draußen in dem eigens angeschafften Einkochtopf Blüten …

… wie Wolle gekocht,

… je ein erster Zug mit Kalt- sowie mit Alaunbeize, und dann noch ein zweiter Zug mit Kaltbeize.

Und hier nun das Ergebnis - von rechts nach links, in der Reihenfolge der Färbung:

1) 450 g Wolle, gut gewaschen, gespült, Kaltbeize über Nacht, gespült. Knapp 800g Schilfblüten vom Rhein - 1 Tag trocken gelegen, dann 1 Tag eingeweicht, schließlich gut 1 Std. ausgekocht, über Nacht im Sud abgekühlt. Am nächsten Tag Wolle ohne Blüten eine gute Std. im Sud geköchelt und darin dann wieder über Nacht abgekühlt. Wolle gewaschen und gut gespült, dann ca. 20 Min. ins Essigbad gelegt - geschleudert, ausgeschlagen, getrocknet. Schließlich die Stränge in Knäuele umgewickelt, weil diese ersten beiden Stränge mehrfach zerfetzt waren, und ich den Schaden sichten wollte.

GSD habe ich aber keinen Mottenbefall in meinem Wollschrank (leere Pheromonfalle), sondern hatte die Stränge offenbar angeknabbert gekauft (sie waren auch ausgesprochen dreckig!).

2) 450 g Wolle - vorbereitet wie oben. Knapp 800 Schilfblüten von der Elbe, s.o. Diesmal aber die Wolle in 15% Alaun gebeizt (ca. 1 Std. geköchelt). Über Nacht feucht in geschlossenem Eimer gelagert. Dann wie oben im Farbbad geköchelt und darin über Nacht abgekühlt. Gefärbte Wolle wie oben nachbehandelt.

3) 450 g Wolle, Kaltbeize für ca. 1/2 Tag. Dann im zweiten Zug in der ersten Färbeflotte geköchelt.

Und jetzt? - Hah! Belohnung, Belohnung :-)))

Was ich damit machen möchte? Erst mal sammeln :-) Und ganz in Ruhe andere Naturfarben dazu produzieren. Dann soll’s irgendwann mal eine Decke geben, vermutlich in einem großzügigen Zackenmuster. Denn für ein Kleidungsstück ist mir diese Wolle nicht lichtecht genug und nicht genügend waschtauglich.

Abgearbeitet grüßt

KnitAngel

P.S.: Die Wolle ist ein ganz klein wenig strohig geworden, weil ich - anfangs genervt vom Dreck und Gestank - mit Feinwaschmittel gewaschen habe *gesteh* - und auch die Extra-Kochzeit der Alaunbeize macht sich etwas bemerkbar. Deshalb überlege ich, das Garn erneut in Stränge zu wickeln und mit Wollfett vom Finkhof rückzufetten. Hat vielleicht jemand Erfahrung damit?

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Grün tröstet!

KnitAngel am 12. August 2008

Wenn die Nadelstreifenjacke offenbar nicht zu mir will, dann will ich wenigstens ganz viel neues Grün.

Damit habe ich mich am Wochenende abreagiert - wunderschöne Naturfarben:

Näheres dazu demnächst.

:-)

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