Archiv für die Kategorie 'Handschuhe & Stulpen'

Im Einsatz …

KnitAngel am 2. Dezember 2011

… befinden sich meine ‘Blütenfeuerwerk-Handschuhe’ schon länger. Höchste Zeit, die Tragefotos nachzuliefern:

Ich hatte es mir so schön ausgemalt: ein Foto-Shooting auf dem Weihnachtsmarkt … dampfender Glühwein in den behandschuhten Händen (selbstverständlich hätte ich dieses Getränk nur wegen des Fotos zu mir genommen ;-) … doch bei den aktuellen Temperaturen wird das nichts. Ebenso wie die weihnachtliche Balkon-Deko, denn die alte Blütenfülle will nicht weichen. Begnüg’ ich mich eben damit, hier und dort ein Tannenzweiglein unterzuschmuggeln.

Was ich beim nächsten Mal anders machen würde: Für meine sehr schmalen, langen Hände sind die Finger dieses Modells zu breit. Es wäre besser gewesen, zwischen den Fingern weniger Maschen aufzunehmen. Vor allem der Daumen ist viel zu voluminös. Hier also weniger Zunahmen stricken (ich habe einige Maschen unschön mit Abnahmen wieder weggeschmuggelt, um nicht die Hälfte des mühsam gemusterten Handschuhs aufribbeln zu müssen). Das letzte Fingerdrittel hab’ ich sowieso schon mit Nadelstärke 2,0 gestrickt und eine schlankere Spitzenabnahme gearbeitet.

Fazit: Dieses oder ein anderes dekoratives Muster wählen und den Handschuh nach dem exzellenten Buch von Ewa Jostes stricken (beispielsweise gerade _nicht_ mit dem nachträglich angesetzten Daumen, bei dem man erst viel zu spät merkt, wenn’s nicht sitzt).

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Modell: “Cockleshell” von Belinda Boaden
Anleitung: The Knitter (# 37)
Garn: Wollmeise Merino superwash, “Digitessa”
Nadelstärke: 2,5
Verbrauch: 73 g
Modifikationen: Schaft um einen Rapport verlängert
Handflächenhöhe anatomisch angepasst
Fingerkuppen mit N. 2,0 und mehr Abnahmen gestrickt

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Blütenfeuerwerk

KnitAngel am 30. Oktober 2011

So ganz kann ich es doch nicht lassen, das Stricken. Da meine Sehnenscheidenprobleme aber eher durch grobmotorische Armbewegungen ausgelöst werden (ich hab’ sie mir beim Umzug eingefangen, vor allem beim tagelangen Streichen unserer Gartenhütte) und weniger durch feine Handbewegungen, kann ich kleinere Strickstrecken mit Nadelspiel wagen. - Dieser kostbaren Schatz kam nach gebührendem Warten an die Reihe:

ein Knäuel “Digitessa” von der Wollmeise. Für Socken war es mir immer zu schade, weil das reine Schurwollgarn nicht wirklich schuhtauglich ist. Als ich nun in der letzten Ausgabe von The Knitter (# 37) die “Cockleshell”-Handschuhe entdeckte, war das ideale Projekt für sein herbstliches Farbenspiel gefunden. Das Warten hat sich gelohnt.

Doch voran geht’s nur langsam. Nicht nur wegen meiner momentan so knapp bemessenen Strickzeit, sondern vor allem, weil das Muster wohl mehr unter “Fummelei” fällt als unter entspanntes Stricken. Für die “Blüten” werden zunächst Maschen mit doppelt um die Nadel gewickeltem Faden gestrickt; und diese “gedoppelten” Maschen müssen mittels Hin- und Hergeschiebe auf den Nadeln wieder zu einfachen (doppelt so langen) Maschen aufgelöst und anschließend wie Noppen gebündelt mehrfach abgestrickt werden. Letzteres aber *tataaa* auch wieder mit doppelt um die Nadel geschlungenem Faden … undsoweiterundsofort. - Könnt ihr noch folgen? Anderenfalls strickt doch mal versuchsweise 5 Maschen im Bündel mit jeweils doppelt um die Nadel geschlungenen Faden re-li-re-li-re ab … Dass das Wollmeisengarn ähnlich wenig Spannung aufweist wie Baumwolle, macht die Sache nicht gerade einfacher. Doch die Mühe lohnt (finde ich):

Die verlängerten Maschen inszenieren die großartige Färbung wie ein Blütenfeuerwerk. Ein schöner Effekt. Im Kontrast dazu weist die Innenseite glatte, gestreiften Flächen auf - das bringt Spannung ins Spiel:

Mit diesen Bildern wünsch’ich  euch eine gute Woche und danke für die netten Kommentare zur Halskette. Ich hatte dieses Feedback wegen meiner großen Computer-Umstellung gar nicht in mein Postfach geliefert bekommen … und vorhin zu meinem Erstaunen online entdeckt. Die Freude darüber kam genau zur rechten Zeit, denn ich bin momentan total entnervt, weil ich eine wichtige Unterlage nicht finden kann (erinnere mich nur, sie beim Umzug - da der richtige Ordner schon verpackt war - in einem dicken Briefumschlag ‘gesichert’ zu haben *haha*). Bitte Daumen drücken, dass ich das Ding schnell wiederfinde …

Herzlich

Angelika

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Und wie habt ihr improvisiert?

KnitAngel am 27. Dezember 2010

Petrus hat unser Weihnachtsfest ganz schön durcheinandergewirbelt, und sicherlich nicht nur das unsere … Am Morgen des Heiligen Abends mussten wir den lange geplanten Familienbesuch am anderen Ende des Bundeslandes absagen - zu schlecht entwickelte sich das Reisewetter. Für diesen Fall (er war ja schon seit Tagen absehbar gewesen) hatten wir noch eine zweite Einladung erhalten, nämlich kurzfristig mit zur Mutter meiner Freundin M. zu kommen. Auch eine sehr schöne Option. Doch am Nachmittag wurde auch diese Heiligabend-Runde wegen der glatten Straßen auf den nächsten Tag verschoben. - Kurz darauf ein Anruf von Freundin U., die uns, als sie hörte, dass wir zuhause blieben, spontan einlud, vorbeizukommen. Also sind wir doch noch ein knappes Stündchen durchs abendliche Schneegestöber gefahren, natürlich gaaaaaanz vorsichtig, und haben einen netten improvisierten Abend mit lieben Freunden verbracht, die sonst leider nur selten Zeit haben. Glück der Improvisation.

Am nächsten Tag dann sitzen wir fein parat gemacht im Auto und freuen uns auf den legendären Sauerbraten der Mutter von Freundin M. Die Straßen sind zwar noch glatt, doch es ist hell und schneit auch nicht mehr, also alles viel einfacher als in der Nacht zuvor. Dachte ich. Denn als der nette Mann an meiner Seite den Zündschlüssel dreht, … tut sich gar nichts mehr. Kein Mucks. Noch nicht einmal ein Lämpchen glüht. Natürlich parken wir auch so herum in unserer engen Einfahrt, dass kein anderes Auto zum Überbrücken in die Nähe passt. So mussten wir auch diese Einladung schweren Herzens absagen. Dafür gab’s einen herrlichen Schnee-Spaziergang :-) Verhungert sind wir übrigens auch nicht, denn mein Aszendent ist bekanntlich Eichhörnchen ;-)

Auch mit meiner Weihnachtspost hat’s dieses Mal nicht so recht geklappt. Zum einen hab’ ich’s gar nicht mehr geschafft, alle Freunde zu grüßen (und bitte hier reumütig um Entschuldigung), und zum anderen hab’ ich noch ‘nen kapitalen Bock geschossen. Schon lange sollte Frau BrBr mit etwas Selbstgestricktem bedacht werden, als klitzekleines Dankeschön für die phantastischen Strickwerke, mit denen sie mich schon beschenkt hat. Endlich kam mir ein Modell vor die Nase, das passend schien, und auch Wolle in der hoffentlich richtigen Farbe. Voià, “Kunigunde”-Stulpen von SpinningMartha:

Schick, nicht wahr? Ich bin eigens noch einmal in die City gefahren, um passenden Knöpfchen zu jagen. Knöpfchen angenäht, Karte geschrieben … und jetzt nur noch schnell ein Erinnerungsfoto, bevor der Umschlag auf die Reise geht. - Und dieses Shooting ließ die Seifenblase platzen:

Stulpen für zwei rechte Hände (was immerhin noch besser ist als zwei linke ;-). Unfassbar. War ich mir doch sicher, auf das anders platzierte Knopfloch geachtet zu haben … Dann fiel es mir wie Schuppen von den Augen: Mal wieder überperfektionistisch, war mir die Festigkeit der Krausrippen nicht identisch genug mit der ersten Stulpe geraten, so dass ich das Bündchen zwei Mal aufgeribbelt … und dabei offenbar das Knopfloch schließlich am verkehrten Ende angebracht hatte. Das kommt davon! Dumm gelaufen, doch eher ein Grund zum Lachen als zum Weinen. (Und sollte Frau BrBr nun ihre Liebe zu Kunigunde entdeckt haben, wird der Schaden repariert.)

Und wie habt ihr dieses Weihnachtsfest improvisiert? Es würde mich freuen, eure Geschichten zu lesen.

Lieben Gruß

Angelika

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“Grün, grün, grün, …”

KnitAngel am 18. Januar 2010

“Grün, grün, grün, sind alle meine Kleider”. Na ja, fast alle. Doch (warmes) Grün ist immer noch meine Lieblingsfarbe und passt zu so ziemlich jedem meiner Outfits. Das weiß auch eine liebe Freundin; daher hat sie mir zu Weihnachten seidenweiche Flauschwellen (”Handstulpen” wäre viel zu profan für diese zarten Accessoires) aus zwei Grüntönen gestrickt, die wir beide besonders gerne mögen:

Leuchtendes Maigrün und kräftiges Olivgrün ergeben im Zusammenspiel eine satte Tiefe, aus der Seidenlichter herausglitzern. Der Korpus ist mit beiden Farben gleichzeitig gestrickt, und oben kuscheln sich zwei Rüschen aus jeweils einer Farbe perfekt ineinander. Ich bin begeistert von diesen hübschen Pulswärmern, die so federleicht und weich sind und dennoch wärmen. Das Material ist übrigens absolut empfehlenswert, deshalb gebe ich den Tipp hier gerne weiter: “Kid-Seta” von Schulana (70% Kid-Mohair, 30% Seide) - viel weicher und farbintensiver als Rowans “Kid-Silk-Haze”, dabei wesentlich kostengünster.

Damit bin ich für die anstehenden Winterabenteuer gut gerüstet, sozusagen gestiefelt und gespornt …

um käufliche Schätze zu bergen … (liebe Dani, schau genau hin ;-)

und - noch viel lieber - die unbezahlbaren:

Liebe Ulrike, du weißt ja, dass du einen Volltreffer gelandet hast. Auch wenn ich meinen Blog eher gemächlich bestücke: Dieses schöne Geschenk musste doch unbedingt noch gezeigt werden. DANKE nochmals - und ausdrücklich auch für den Hinweis auf dieses Schulana-Garn (hab’ mir auch schon zwei Knäuele gekauft - in Flieder und Lila :)!

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Vorweihnachtliches

KnitAngel am 30. Dezember 2009

Jetzt darf man ja endlich nach und nach die Vorweihnachtsproduktion zeigen :-)

Passend zu diesen Handstulpen gab’s noch einen Halswärmer, …

der sich aber auch gut als Ohrenwärmer bzw. Mützenersatz tragen lässt.
Den Ring habe ich unten deutlich lockerer gestrickt und abschließend noch in Form gedämpft, damit er schön auf dem Körper aufliegt und sich nicht hochrollt. Das hat das Apaka-Garn gut mitgemacht.

Genaue Beobachter werden hier den dritten Stulp auf den Nadeln erkennen. Weil mir das erste Paar für meine nette und handarbeitstechnisch so kompetente Wichtelpartnerin nicht gleichmäßig genug geraten war, wurde nachproduziert: Jetzt besitze ich auch welche - nur nicht ganz so schön ;-)

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Modell: anne hanson: Leafprints
Garn: Baby Alpaca DK / Rowan Classic
Nadelstärke: 5 (meine ich …)
Verbrauch: > 100 g (also 3 Knäuel kaufen!)

Damit wünsche ich euch jetzt eine schöne Silvesterfeier und einen guten Rutsch ins neue Jahr!
Und tschüss …

Angelika (… die jetzt übrigens auch weiß, wie Baumharz aus hellen Mänteln herauszubekommen ist …)

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Kleine Versuchsreihe

KnitAngel am 30. Oktober 2009

Goldene Oktobertage - und ich gönne mir entspannte Herbstspaziergänge, wie hier am Rhein. Dabei genieße ich die Früchte einer kleinen Versuchsreihe in Sachen “schnelles Mitbringsel”. Pulswärmer für eine liebe Freundin sollten es werden; und “Annas Wristwarmers” haben das Rennen gemacht. (Ich liebe solche schlichten Sachen; für mich sind die schon ‘romantisch’ genug.) Für die erste Variante hab’ ich mich vom grauen Kostümchen der Freundin inspirieren lassen und kuschelweiches, jedoch anonymes Garn aus meinem Stash verstrickt:

Blöderweise war ein Knoten im Knäuel, und da diese Stulpen keine eindeutige Innen- oder Außenseite haben, störten mich die vernähten Fäden für ein Geschenk. Und außerdem schienen mir die Stülpchen etwas zierlich … Also neu.

Perfekt gelungen dann das Paar aus 6fach-Sockengarn (Zitron, Trekking, Farbe 1808 - Resteverwertung vom Blättertanz-Tuch ):

Bereits verschenkt und gut angekommen :-)

Weil aber aller guten Dinge drei sind, besitze ich jetzt auch noch ein paar wintertaugliche Handwärmer aus Alpaka (Austermann Alpaca Silk. 80% Alpaca, 20% Seide. Farbe 0008, die sich leider nicht richtig fotografieren ließ. Sie glänzt nicht so stark wie auf meinen Sonnenfotos und ist dunkler, satter).

(Nachtrag:

graue Stulpen wiegen 20 g und sind ca. 16 cm lang

Stulpen aus 6fach-Sockenwolle: 31 g / 17 cm

Stulpen aus Alpaca/Seide: 44 g / 19 cm ]

Am Beispiel der Alpaka-Stulpen hab’ ich hier noch meine Naht-Variante fotografiert. Prinzessinnen auf der Erbse mögen nämlich keine Nahtwulst. Also hab’ ich mit einer Luftmaschenkette als Basis für einen provisorischen Anschlag begonnen, …

… dessen Maschen beim Aufribbeln der Kette wieder auf eine Nadel gespießt wurden.

Bedingt durch den Mustersatz der Borte liegen an der Nahtstelle mehr rechte Reihen (oder linke - je nach Seite) übereinander als sonst bei den Rippen. Um diese glatte Fläche optisch zu unterbrechen, hab’ ich die Enden mit dem Maschenstich für Kraus-Rechts-Gestricktes verbunden (der geht etwas anders als der für Glatt-Rechts). Den kennt vielleicht nicht jeder? Also:

Die Nadeln so anordnen, dass jeweils eine rechts gestrickte Reihe außen (an der Röhre) liegt. Der Arbeitsfaden kommt von hinten. Damit zuerst in die erste Masche der _vorne_ liegenden Nadel wie zum Linksstricken einstechen (die Masche aber noch auf der Nadel lassen) - dann in die erste Masche der _hinteren_ Nadel ebenfalls wie zum Linksstricken einstechen (und Masche auf der Nadel lassen).

Ab jetzt gilt das simple Mantra:

*Zur anderen Nadel wechseln, in die erste Masche wie zum Rechtsstricken rein und die Masche so runterholen. Dann sofort in die Nachbarmasche wie zum Linksstricken reinstechen (Masche aber auf der Nadel lassen).*

Also hinten ganz genauso:

Andere Nadel. (Wie zum) Rechts(stricken) runter(ziehen) …

(wie zum) Links(stricken in die Nachbarmasche) rein(stechen). Immer so weiter: *’rechts’  runter - ‘links’ wieder rein*.

Dann bildet die Naht eine Schlängellinie, die in diesem Fall die zu breite “rechte” Fläche so unterbricht, dass es fast wie eine neue Rippe wirkt. (Na ja, “fast”, … mir genügt’s so - zumal die Naht ja sonst unter dem Handgelenk verläuft.)

Und wenn man die ‘Innenseite’ außen trägt:

ebenfalls eine Schlängellinie mehr. (Hier erscheint die darunter liegende Rippe nur besonders breit, weil ich in ihr vernäht habe).

Der Unterschied zum Maschenstich für Glatt-Rechts? - Für eine rechte Naht sticht man bei der ersten Masche der vorderen Nadel zwar auch wie zum _Linksstricken_ ein, jedoch bei der ersten Masche der hinteren Nadel wie zum _Rechtsstricken_ (beide auf der Nadel lassen). Dann ein entsprechend anderes Mantra: *vorne: ‘rechts’ runter - ‘links’ wieder rein / hinten: ‘links’ runter - ‘rechts’ wieder rein*

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Jahreszeitliche Verwirrung

KnitAngel am 18. August 2009

Tapfer im Hochsommer vorgeführt:

Amy Riptons “Hedgerow Mitts“. Ein Geschenk für kühle Abende, an denen dieser Mann draußen mit der Kamera hantiert.

Das Design finde ich klasse - sehr gut durchdacht. So haben diese Stulpenhandschuhe vier Zwickel, damit sich das Muster auf dem breiteren Handrücken nicht verzieht: Jeweils ein zusätzlicher Mustersatz wird an den Seiten angelegt (auf dem Bild unter der oberen Hand zu sehen; da dieser Handschuh schief sitzt, läuft der Zwickel nach oben zum Handknöchel hin). An einem davon werden wieder zwei Zwickel rechts und links angesetzt - das ergibt den Raum für den Daumen. Und die seitlichen Zusatzrapporte werden oben brav wieder weggenadelt - zusätzlich noch die Rippen verschlankt. Das Ergebnis: perfekte Passform.

Um gut auszusehen, sollte ich den Bericht hier abbrechen und mich mit dem Ergebnis brüsten … doch ich gestehe:

Ich habe diese blöden Biester mindestens zwei Mal gestrickt: In unregelmäßigem Rhythmus, der überdies wechselt, abwechselnd rechte und linke Maschen zu stricken, macht mich irgendwie konfus. Dazu noch in Schwarz, das ich in unseren eher dunklen Räumen oder bei Kunstlicht gar nicht mehr gut erkennen kann (Nadelstärke 2,5). Außerdem immer nur schnell ein paar Reihen heimlich gestrickt, da es sich um ein Überraschungsgeschenk handelte. Natürlich kam der liebe Mann immer just mitten in einer prekären Stelle, und ich musste alles schnell unter den Sessel pfeffern. Das war meiner Orientierung auch nicht gerade förderlich. Der Clou aber war das extrem elastische Garn, das minimale Änderungen in der Fadenspannung damit quittiert, dass die Maschen zwar immer noch alle gleich ordentlich aussehen (da auf einer eigentlich zu kleinen Nadel gestrickt zusammengestaucht), ein Handschuh aber plötzlich größer oder kleiner wird. - Jedenfalls habe ich …

… gemessen, markiert und gezählt - gefühlte tausend Mal - und bin immer auf andere Ergebnisse gekommen. Ein Blick unserer professionellen Frau Aud stellte zumindestens klar: “Der eine ist doch kleiner!” *hmpf*. Das Ende vom Lied: Zuerst einen Handschuh bis unter den Daumenspickel aufgeribbelt und - locker - wieder hochgestrickt …. und dann festgestellt, dass der andere ungefähr auf gleicher Höhe (eher “Tiefe”) einen Mustersatz weniger hatte. Also auch den wieder aufgemacht, neu gestrickt … ebenso _locker_ … und dennoch: Wieder eine leichte Differenz. Da hatte ich aber die Nase voll und habe sie einfach durch zwei Zusatzreihen Rippen ausgeglichen. Das merkt doch kein Schwein ;-) Beim nächsten Mal würde ich aber beide Teile gleichzeitig stricken. Dickes Dankeschön an Isa, die mir heute erklärt hat, wie man das mit einer Rundstricknadel bewerkstelligen kann.

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Modell: Amy Riptons “Hedgerow Mitts”
Anleitung: Knitter’s Review
Garn: Katia Merino Baby, Color 2
Nadelstärke: 2,5
Größe: Männerversion
Verbrauch: 71 g

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semperoperwürdig?

KnitAngel am 28. Januar 2009

Endlich sind sie fertig - meine ersten Fingerhandschuhe :-) Genauer: “Brünhilde” von Robin Melanson. Dieses Projekt hat meine Geduld auf eine Probe gestellt, denn das Hauptchart enthält einen vertrackten Fehler, der im folgenden die gesamte linke Schräge aus dem Lot bringt.

(Für den Fall, dass noch jemand mit diesem Modell kämpft: Am Ende von Rd. 72 und 73 ist eine linke Masche zu viel eingezeichnet. Weil überdies die letzte Masche von Rd. 73 des Charts an den Anfang der nächsten Reihe wandert und somit beide Verkreuzungen bereits am Anfang von Rd. 74  eingezeichnet sind, muss am Ende dieser Rd. statt der letzten linken eine verschränkte Masche stehen - als Äquivalent zur ersten verschr. M. in Rd. 75. - Ab hier ist die links eingezeichnete Abfolge von ‘verkreuzen - verschränkt stricken’ bis oben hin zu vertauschen, so dass auch in der Spitze etwas getrickst werden muss … Das Stricken ist jedoch ganz einfach, wenn man sich vorstellt, dass mit allen folgenden Verkreuzungen das Feld der rechten Maschen erweitert werden muss.)

Auch sonst gab’s viel Fiddelei. Da ich mit einem sehr glatten, elastischen Merinogarn gestrickt hatte (das generell sehr zu empfehlen ist - Marke s.u.), lief die zusätzliche Garnlänge der Noppen schnell wieder in die angrenzenden Maschen hinein und zog diese auseinander:

Nicht schön an der Hand:

Zur Abilfe hab’ ich …

… die Noppenschlingen fixiert (dunkle Nadel), das dazugehörige Garn wieder aus den seitlichen Maschen gezogen (weiße Nadel), in die Noppenschlingen verteilt - und das Ganze von innen mit einem Einzelfaden des Garns festgenäht. (Aber nur bei den Hauptnoppen … bin ja schließlich nicht masochistisch veranlagt ;-)

So geht’s doch, oder?

Ich finde sie sehr elegant,

nur würde ich beim nächsten Mal die Noppen auf dem Handgelenk weglassen, denn die verbreitern dieses optisch unvorteilhaft und sind nicht notwendig für die Gesamtwirkung.

Auf zum Opernball :-) Oder, um es im hiesigen Idiom auszudrücken:
“Treck noch ens dat Kleid ahn …”

Anleitung: Melanie Robinson: Brünhilde. In: Knitting New Mittens & Gloves, p. 34ff.
Garn: Katia “merino extrafine” (50g = 102 m)
Nadelstärke: 4,0
Verbrauch: 103 g
Modifikationen: - nach Chartkorrektur Spitze für rechten vs. linken Handschuh angepasst
- rechtes Daumenloch versetzt, um Spitze mittig zu halten (da links der Mittelraute weniger li. M. sind und zusätzlich die nach rechts laufenden Maschen enger geraten)

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Brünhildes Speerwurfrequisit

KnitAngel am 4. Januar 2009

“Uns ist in alten maren / wunders vil geseit” … Mit diesen Worten kündigt das Nibelungenlied spannende Geschichten aus der Vorzeit an, die es in rund 2.400 Versen erzählen wird (sehr lange Zeit übrigens nur mündlich überliefert - welch eine Gedächtnisleistung). Eine Hauptfigur ist die walkürenhafte Königin Brünhilde, die stärker ist als jeder Mann. Heiratskandidaten müssen sich mit ihr in einem speziellen Triathlon messen, zu dessen Disziplinen der Speerwurf gehört - mit einem Wurfspieß, so gewaltig, dass er von drei kräftigen Männern herbeigetragen werden muss.

Natürlich möchte Dame beim sportlichen Turnier auch elegant aussehen. Zum Speerwurf trägt Brünhilde daher vorzugsweise dieses das Handgelenk unterstützende Modell (man beachte die seitlichen Nüppelchen):

Zumindest hat sich Robin Melanson von Wagners Version des Walkürenstoffs zu den hier begonnenen, eleganten langen (Finger)Handschuhen inspirieren lassen. Die Anleitung steht in ihrem empfehlenswerten Buch “Knitting New Mittens & Gloves” (doch Achtung, das Hauptchart ist falsch - dazu schreibe ich demnächst mehr).

Und wer Lust hat, etwas über Brünhilde und das Nibelungenlied zu lesen, findet hier eine schöne kurze Einführung.

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Zweiter Aufguss

KnitAngel am 20. Dezember 2008

Bordeauxfarbenes Tuch steht kurz vor der Vollendung.

Passende Stulpen fehlen.

Garnreste vorhanden.

Modell im Hinterkopf.

Also die zweite Version von Hagans “Princess Mitts“, diesmal für mich:

Ebenfalls aus Wendy “Emu Superwash” (50g = 110m), dieses Mal noch ein wenig länger. Und wieder, wie vor einem Jahr, musste ich geraume Zeit über diese wirre Anleitung grübeln, bis mir alles klar war. Nun sollte ich mir doch endlich mal eine praktikable Version aufschreiben …

[Und für diese eklige Hintergrundfarbe entschuldige ich mich jetzt ausdrücklich … die Decke hing gerade so schön parat, und im Original war’s nicht soooo schlimm, denn eigentlich ist sie dunkelgrün - ehrlich]

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