KnitAngel am 30. Oktober 2009

Goldene Oktobertage - und ich gönne mir entspannte Herbstspaziergänge, wie hier am Rhein. Dabei genieße ich die Früchte einer kleinen Versuchsreihe in Sachen “schnelles Mitbringsel”. Pulswärmer für eine liebe Freundin sollten es werden; und “Annas Wristwarmers” haben das Rennen gemacht. (Ich liebe solche schlichten Sachen; für mich sind die schon ‘romantisch’ genug.) Für die erste Variante hab’ ich mich vom grauen Kostümchen der Freundin inspirieren lassen und kuschelweiches, jedoch anonymes Garn aus meinem Stash verstrickt:

Blöderweise war ein Knoten im Knäuel, und da diese Stulpen keine eindeutige Innen- oder Außenseite haben, störten mich die vernähten Fäden für ein Geschenk. Und außerdem schienen mir die Stülpchen etwas zierlich … Also neu.
Perfekt gelungen dann das Paar aus 6fach-Sockengarn (Zitron, Trekking, Farbe 1808 - Resteverwertung vom Blättertanz-Tuch ):

Bereits verschenkt und gut angekommen :-)
Weil aber aller guten Dinge drei sind, besitze ich jetzt auch noch ein paar wintertaugliche Handwärmer aus Alpaka (Austermann Alpaca Silk. 80% Alpaca, 20% Seide. Farbe 0008, die sich leider nicht richtig fotografieren ließ. Sie glänzt nicht so stark wie auf meinen Sonnenfotos und ist dunkler, satter).
(Nachtrag:
graue Stulpen wiegen 20 g und sind ca. 16 cm lang
Stulpen aus 6fach-Sockenwolle: 31 g / 17 cm
Stulpen aus Alpaca/Seide: 44 g / 19 cm ]
Am Beispiel der Alpaka-Stulpen hab’ ich hier noch meine Naht-Variante fotografiert. Prinzessinnen auf der Erbse mögen nämlich keine Nahtwulst. Also hab’ ich mit einer Luftmaschenkette als Basis für einen provisorischen Anschlag begonnen, …

… dessen Maschen beim Aufribbeln der Kette wieder auf eine Nadel gespießt wurden.

Bedingt durch den Mustersatz der Borte liegen an der Nahtstelle mehr rechte Reihen (oder linke - je nach Seite) übereinander als sonst bei den Rippen. Um diese glatte Fläche optisch zu unterbrechen, hab’ ich die Enden mit dem Maschenstich für Kraus-Rechts-Gestricktes verbunden (der geht etwas anders als der für Glatt-Rechts). Den kennt vielleicht nicht jeder? Also:
Die Nadeln so anordnen, dass jeweils eine rechts gestrickte Reihe außen (an der Röhre) liegt. Der Arbeitsfaden kommt von hinten. Damit zuerst in die erste Masche der _vorne_ liegenden Nadel wie zum Linksstricken einstechen (die Masche aber noch auf der Nadel lassen) - dann in die erste Masche der _hinteren_ Nadel ebenfalls wie zum Linksstricken einstechen (und Masche auf der Nadel lassen).

Ab jetzt gilt das simple Mantra:

*Zur anderen Nadel wechseln, in die erste Masche wie zum Rechtsstricken rein und die Masche so runterholen. Dann sofort in die Nachbarmasche wie zum Linksstricken reinstechen (Masche aber auf der Nadel lassen).*
Also hinten ganz genauso:

Andere Nadel. (Wie zum) Rechts(stricken) runter(ziehen) …

(wie zum) Links(stricken in die Nachbarmasche) rein(stechen). Immer so weiter: *’rechts’ runter - ‘links’ wieder rein*.
Dann bildet die Naht eine Schlängellinie, die in diesem Fall die zu breite “rechte” Fläche so unterbricht, dass es fast wie eine neue Rippe wirkt. (Na ja, “fast”, … mir genügt’s so - zumal die Naht ja sonst unter dem Handgelenk verläuft.)

Und wenn man die ‘Innenseite’ außen trägt:

ebenfalls eine Schlängellinie mehr. (Hier erscheint die darunter liegende Rippe nur besonders breit, weil ich in ihr vernäht habe).
Der Unterschied zum Maschenstich für Glatt-Rechts? - Für eine rechte Naht sticht man bei der ersten Masche der vorderen Nadel zwar auch wie zum _Linksstricken_ ein, jedoch bei der ersten Masche der hinteren Nadel wie zum _Rechtsstricken_ (beide auf der Nadel lassen). Dann ein entsprechend anderes Mantra: *vorne: ‘rechts’ runter - ‘links’ wieder rein / hinten: ‘links’ runter - ‘rechts’ wieder rein*