Archiv für die Kategorie 'Sommerpullis'

Späte Ostergrüße

KnitAngel am 9. April 2012

Ich hoffe, ihr hattet alle einen wunderschönen Ostersonntag (die Rheinische Bucht wurde mal wieder von Petrus bevorzugt, so dass wir im Sonnenschein spazieren konnten :-) und genießt den zweiten Feiertag gemütlich mit euren Handarbeiten auf dem Sofa!?! Ich jedenfalls begrüße das heutige Schmuddelwetter einfach als willkommenen Guß für die Natur und als Legitimation für genügend Hobby-Zeit. Dazu gehört auch das Bloggen, also gibt’s heute endlich die versprochenen Tragefotos vom roten Pulli. Sie sind zwar weder künstlerisch wertvoll geraten, noch offenbaren sie mehr als die bereits gezeigten Kleiderbügelfotos. Doch nun sind sie gemacht - sei’s drum. Das Machwerk also von allen Seiten:

Obgleich der Pulli bis auf das Hauptstück des Vorderteils eher netzartig gestrickt ist (jede zweite Reihe mit übergroßer Nadel), geriet er - zumindest aus meinem Garn - doch ziemlich blickdicht. Soweit das Positive. Weniger gut dagegen: Die Form ist für mich unvorteilhaft, das hab’ ich wenigstens durch das Projekt gelernt. Trotz Verlängerung klebt der Pulli zu kastig-kurz über meinen eher breiten Hüften und langen Beinen (auf den Fotos geschickt abgeschnitten ;-). Auch die Anschlagkante gefällt mir nicht. Vielleicht nehme ich ihn mir nochmals vor und stricke unten noch ein ‘transparentes’ Stück an … sonst wird er doch nur meinen Kleiderschrank verstopfen, wie so manch anderes Teil, das nach langer Strickerei nicht so saß, wie ich es mir gewünscht hätte.

Zur Verständigung fehlt mir noch ein kurzer Name für das Teil … hmmm, ich bin ziemlich uninspiriert. Nenne ich ihn einfach “Netzwerk”, wegen der luftigen Passagen … Moment, ich halte euch die Struktur mal kurz ans Fenster:

Modell: “Netzwerk” alias
Where’s the Opaque? Sweater
Designerin: Sally Melville
Anleitung: The Knitting Experience, Book 1
Garn: Gefachter Mix “Marrakesch”
Nadelstärke: 3,75 und 6,5
Verbrauch: 278 g
Modifikationen: etwas verlängert

Übrigens steht mein Schreibtisch direkt vorm Fenster zum Gärtchen, das mich jetzt schon jeden Tag mit neuen zauberhaften Blüten begeistert. Mit einigen meiner aktuellen grünen Schützlinge wünsche ich euch eine gute Woche.

Späte Ostergrüße

Angelika

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Himmel hilf

KnitAngel am 8. März 2012

Kennt ihr das Gefühl ungläubigen Staunens, wenn sich beim Handwerkeln, vorzugsweise nach durchkämpfter Nachtschicht, eine Katastrophe offenbart, die man einfach nicht glauben kann? … Solch ein Erlebnis hatte ich letzte Nacht, als ich sicher war, meinen roten Pulli fast fertig zu haben. Doch bevor ich euch das Malheur brühwarm serviere, möchte ich mich für euer Feedback zum Halsausschnitt mit den verkürzten Reihen und auch zum Babyalpaka bedanken. Ich find’s richtig klasse, dass ihr immer so bereitwillig und vor allem kompetent weiterhelft :-) Heute zunächst zum Halsausschnitt:

Brigitte und Angelika legen also diese “schrägen” Maschen auch schon mal beim Stricken mit an (bzw. “still”) - auf diese Weise muss man wohl nicht so sehr aufpassen, dass beim späteren Herausstricken keine Treppen sichtbar werden? Aber, wie Renate ja auch erwähnte: Das Problem mit den Löchern bleibt bei den verkürzten Reihen bestehen - zumindest beim Übergang zur waagerechten Halsausschnittlinie. Vor allem, wenn man die stillgelegten Maschen beim Arbeiten der Schulterschräge auch noch mehrfach überstrickt. Brigitte hat’s auf den Punkt gebracht: Die Methode funktioniert also nur bei flachen Schulterschrägen. Eine gute Idee hatte übrigens Frau Aud: Sie würde beim Überstricken der stillgelegten Seitenmaschen jeweils schon eine Masche der mittleren Halsmaschen-Reihe mitstricken. Das leuchtet ein. … Also wieder viel von euch gelernt: merci! (Liebe Frau BrBr, das ist mir Belohnung genug: dass du immer so fein für mich mitdenkst!)

Nun zur Katastrophe: Nach den Schulternähten war ich offenbar so aufs Nähen fixiert, dass ich überhaupt nicht auf die Idee gekommen bin, erst einmal den Halsausschnitt sicher abzuketten (was ich sonst immer mache). Stattdessen habe ich die Ärmel eingesetzt und die Seiten- und Ärmelnähte geschlossen. Dafür hab’ ich zwei Abende gebraucht (weil: glitschiges Garn, unterschiedliche Reihenhöhe bei Vorder- und Rückenteil und Nählegasthenie). Endlich - schon viel zu spät in der Nacht - wähnte ich mich fertig. Dass mir aus dem Inneren des Pullis Unmengen an verfusselten Einzelfädchen entgegengekrochen kamen, hat mich überhaupt nicht irritiert - schließlich wollte ich wegen des speziellen Garns und des löchrigen Musters alle Fäden erst am Schluss in den Nähten verwahren. Deshalb konnte ich überhaupt nicht glauben, was meine Augen plötzlich an mein übermüdetes Gehirn zu melden versuchten: Das verfilzte Knäuel Garnspaghetti, das aus der der rechten Schulter quoll, bestand nicht aus zu vernähenden Fadenenden, sondern …

aus Ex-Maschen: Die kritische Ausschnittschräge war mir unbemerkt von den Nadeln gerutscht und munter aufgeribbelt … bis in die Schulternaht hinein. Ich - war - fassungslos. Hamlets Frage, “obs edler im Gemüt, die Pfeil und Schleudern des wütenden Geschicks erdulden oder, sich waffnend gegen eine See von Plagen, durch Widerstand sie enden?” stellte sich mir Steinböckin allerdings nur kurz. Nicht die Mülltonne, sondern ein Küchenhandtuch, Stecknadeln und meine Bacalit-Nadeln wurden zur Notsicherung bemüht, die unzuverlässigen Rundnadeln mit Gummibändchen zusammengezwungen. Dann alles gaaaaanz vorsichtig gewendet …

und von außen die Spaghetti neu miteinander verstrickt. Die Gürtelschlaufen der Wickelmaschen haben mich dabei vor ganz schöne Probleme gestellt (”wo gehört bloß dieses überflüssige Zentimeterchen Kräuselfaden hin? Wer wird mit wem zusammengestrickt?”). Weil das Garn mit jeder Bewegung schlechter wurde (die Einzelfädchen toupierten sich gegenseitig zu stumpfem Gestrüpp auf), hab’ ich einfach etwas improvisiert (und lobe mich selber dafür, dass ich jetzt mit leicht voneinander abweichenden Ausschnitt-Seiten leben mag ;-).

Die Löcher aber (siehe das erste Foto oben) mussten fort - so weit reichte meine neue Nonchalance nun doch nicht. Zusammengenäht sehen die Übergänge nun so aus:

Geht doch! Wirkt wie eine ganz normale Passe:

Jetzt kann der Frühling kommen!

In den nächsten Tagen werde ich noch Tragefotos machen - vor allem, um euch die Rückenansicht präsentieren (der Rücken ist ja komplett in dem transparenten Gestrick gehalten, was sich auf dem Bügel nicht fotografieren lässt; das dichte Vorderteil scheint durch).

Bis dahin grüßt euch herzlich

Angelika

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Augenschein

KnitAngel am 29. August 2011

Der Augenschein kann ja bekanntlich trügen. Deshalb ziehe ich im Zweifelsfalle gerne ein Foto heran. Kennt ihr das nicht auch? Auf Fotos kommt man sich oft sehr fremd vor, obschon Leute, die’s wissen müssen, beteuern, dass man auf dem Bild so aussieht wie immer. Offenbar trügt das Foto weniger als der Spiegel ;-) Das habe ich auch schon bei Strickwerken festgestellt. Fotos zeigen mir am besten, ob etwas sitzt oder nicht. Manchmal muss der Fototest auch für die Beurteilung von Spitz(en)findigkeiten herhalten:

Locker und eher ‘krinkelig’ sollte die Spitzenborte des Tops von Karen Noe geraten (schon mal ungewöhnlich für mich, die sonst alles fein glatt spannt). Doch als ich gestern den V-Ausschnitt fertig hatte, wirkte mir dieser Einsatz deutlich lockerer als sein Pendant am Rückenteil. Nachmessen der Musterstückchen hilft nicht viel, weil sich’s ganz leicht verzieht. Also ein Foto … und: hmmmmm …

Auf einmal sehe ich den Unterschied gar nicht mehr so recht. Bleiben letzte Zweifel, ob das Ganze nicht doch mit einer etwas dünneren Nadel gestrickt besser wirkte? (Allerdings wird diese lockere Spitze noch mit einem sehr festen Glatt-Rechts-Rand eingefasst -wie am Rückenteil schon zu erkennen.)

Unentschlossen grüßt

Angelika

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Bringschuld

KnitAngel am 19. Juni 2011

Hallo, ihr Lieben!

Danke für eure netten Kommentare zum Rosenthema. Ich freu’ mich wirklich sehr über die Rückmeldungen! Dass hier momentan nicht allzuviel Kreatives läuft, ist mir ja bewusst. Um so mehr erstaunt und freut es mich, dass offenbar doch noch einige liebe Menschen bei mir vorbeischauen mögen :)) Liebe Anja, du wohnst ja nicht so weit weg - vielleicht lernen wir uns ja sogar bei einem der nächsten Kräuterspaziergänge kennen? Und liebe Frau multiflora: Auf dein vielfältiges kreatives Wissen und deinen Überblick übers Webangebot ist wirklich immer Verlass. Danke für den Link! Dass dir, liebe Elfi, ein solcher Ausflug gefallen würde, ist mir klar - du zeigst doch immer so meisterliche Fotos aus der Natur: Dein Schwammerl-Foto ist schon wieder absolut verführerisch. Und prima, Ilse, dass ich über den Kommentar auch zu deinem schönen Blog gefunden habe!

So, nach dieser kleinen Plauderei nun aber zu meiner Bringschuld:

Das hab’ ich auf den Sommernadeln. - Erkannt? Es ist der “Taupe Orange Knot” von Marie Wallin- publiziert im Rowan Magazin # 49 und wieder in Simply Knitting #81.

Rowans “Lenpur” hab’ ich ersetzt durch Katias espiga (80% BW, 20% Poly, LL 50g = 121 m) und das Garn etwas lockerer als vorgesehen verstrickt, damit es weich fällt. So ungefähr nämlich (das ist das missglückte Foto, bei dem die Innenseite zu sehen ist):

So sieht der Rücken richtig aus (aufgesetzte Rippenbögen als Abtrennung statt versunkener Knicke aus rechten Maschen).

Wie viele Rowan-Modelle ist der Pulli nicht ganz so einfach, wie er auf den ersten Blick wirkt, sondern lebt von gut gemachten Details. Die Rechtecke werden nach oben hin kleiner, nur die unteren “Streifen” sind durch krause Linien voneinander abgetrennt. So entsteht ein harmonischer und figurfreundlicher Verlauf. Interessant wird’s dann beim Vorderteil: Dafür werden rund ein Drittel mehr Maschen angeschlagen, um Weite für die Falten zu erhalten. Die werden in den krausen Reihen wieder weggeschmuggelt. Außerdem wird der vordere Bund nachträglich - mit den Bindebändern - angestrickt.

Wie meist musste ich die Teile verlängern und habe dafür den Rechtecke-Streifen dupliziert, bei dem die Ärmelzunahmen beginnen, und eine krause Reihe zugefügt (d. h. Chart R. 1-15 zwei mal gestrickt). Dadurch müssen die im Chart folgenden Blöcke gespiegelt werden (klar, wenn ich im Schachbrett eine Reihe Kästchen einfüge, muss ich darüber die weißen und schwarzen Felder vertauschen). Das erforderte beim Vorderteil nun doch meine Konzentration, denn da dieses viel mehr Maschen hat, sind hier auch die Kästchen ganz anders verteilt … und die Ärmelzunahmen werden mit anderen Maschen als beim Rücken gestrickt (rechts statt links und umgekehrt). Wenn ich nun keinen Denkfehler gemacht habe, muss ich das wiederum spiegeln … Mein armes Spatzenhirn muss also doch denken ;-) also wieder nicht so ganz mindless - macht aber Spaß!

Ich wünsch’ euch eine gute Woche!

Angelika

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Tüfteleien - noch unausgegoren

KnitAngel am 1. Juni 2011

Es wird langsam wieder Zeit für Handarbeitsprojekte: Beim Auspacken der Wollkisten drängten sich mehrere fast vergessene Wunschmodelle in mein Hirn. “Berry” von Kim Hargreaves wollte ich schon eeeeewig mal stricken. Allerdings mit leichten Abwandlungen: Das Original hat ein 2re-2li-Bündchen aus zweifädig (!) verstrickter Kidsilk-Haze. Diese doppelte Wärmepackung fänd’ ich für einen kurzen Sommerpulli etwas pervers, und auch optisch möchte ich nicht mit so dickem Rippenreifen unter feinem 4ply-Tweed herumlaufen. - Also hab’ ich das Bündchen aus einem Einzelfaden gestrickt … und auch etwas höher angelegt:

Das dünne Kid-Mohair macht ja jede Nadelstärke respektive Maschenprobe mit. Allerdings ist bei diesem Pulli ein Lace-Effekt unbedingt zu vermeiden, denn ‘bauchtransparent’ ergäbe wohl eine Lachnummer :-). Damit die Maschen nicht zu groß und die Rippen platt gezogen werden, musste ich also deutlich mehr Maschen anschlagen  … und beim Übergang zum 4ply-Garn so viele Maschen weggeschmuggeln, dass es auf Taillenenge passt.

So geht der Übergang schon besser - wiewohl sich die Rippen überm Bauch unvermeidlich etwas aufplustern. Doch der Rallyestreifen aus den Knöpfchen wird das geneigte Auge schon darüber hinwegleiten ;-)

So weit, so (un)gut. Ich hab’ das Gefühl, die Taille ist mir zu eng geraten. Ich bin unsicher, wieviel Bequemlichkeitszuschlag ich bei einem relativ engen Pulli mit hoher Taille ansetzen sollte. Und außerdem die alte Krux: Einmal schief angeguckt, und schon ist die Maschenprobe eine andere …

Hier muss ich wohl leider doch noch etwas ribbeln und weitertüfteln. Weil ich dazu aber selten die Ruhe habe, hab’ ich mir gestern Abend ein (hoffentlich!) problemfrei nachzuarbeitendes Modell vorgenommen und genieße das sture Stricken nach Anleitung. Fotos folgen, fest fersprochen ;-)

Bis dahin ein Gruß aus dem Garten:

Genießt den Feiertag so gut wie möglich!

Angelika

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A propos “Kupfergold”

KnitAngel am 2. Oktober 2010

Beim Stichwort “Kupfergold” fiel mir doch gestern wieder mein Thai-Top ein. Längst fertig gestrickt - bis auf den Saum. Der ist notwendig, weil sich die Krausrippen heftigst nach oben rollen. Ich hab’ mir ein farblich passendes Lace-Garn rausgelegt, um einen hauchfeinen Streifen gegenzustricken, der nicht aufträgt. Doch ich kann mich nicht entscheiden, wie lang ich das Top haben möchte.

Als ich es - wegen dieser Entscheidungsnot - vor etlichen Wochen beiseite legte, hatte ich mir die jetzt durch die eingezogene Nadel markierte Reihe zum Abschneiden ausgeguckt, erschien es mir doch viel zu lang. Heute nochmals anprobiert … und Zweifel: Vielleicht doch so lang lassen? Ich hab’s fürs Foto mal auf einen Wickelrock gesteckt (- sorry, der ist etwas zu weit und knubbelt sich jetzt darunter). Man soll ja nicht auf der breitesten Stellen enden … doch: Wo genau ist bitte meine breiteste Stelle?

Ich weiß, ich bin unmöglich, wenn es um solche Passformdinge geht. (Ich könnte jetzt sogar noch lamentieren, dass die Ab- und Zunahmen nicht auf den richtigen ‘Höhen’ sitzen, weil ich beim Von-unten-hoch-Stricken doch nie so richtig schätzen konnte, auf welcher Höhe ich mich gerade befinde. Doch mit solchen Nörgeleien würde ich mich wohl vollends unbeliebt machen. Deshalb hier nur die simple Frage:)

Kürzen oder lang lassen?

Neugierig grüßt

Angelika

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Danke! Und Appetithappen :-)

KnitAngel am 25. Juli 2010

Danke für eure guten Ratschläge zum Ärmel-Design!

Liebe Gila, du hast Recht, ich werde zunächst probieren, auf dem kleinen “Reststück” schneller zum Ziel zu kommen - und vorher einen Sicherungsfaden einziehen. Dieses Garn (ja, es ist Goby) spleißt schon Fädchen ab, wenn man es nur scharf anguckt ;-) ist also leider überhaupt nicht ribbeltauglich.

Merci auch an dich, Richi: Die “2-Viertel-Lösung” wäre dann mein nächster Versuch!

Dir, Ingrid, eben falls ein Dankeschön: Daran, dass der Ärmel ohne Nadelseil vielleicht doch nicht so schlimm wirkt, hab’ ich auch schon gedacht. Eigentlich hatte ich die Maschenzahl nach der von dir vorgeschlagenen (und an deinen Jacken perfekt vorgeführten) Methode berechnet. Vielleicht stimmte mein Verhältnis von Reihen zu Maschen nicht? Ich dachte eigentlich, bei Perlmuster gelte wie bei Kraus-Rechts 2:1 ? Die ‘Nahtstelle’ ist jedenfalls perfekt (wenigstens etwas ;-)

Leider werde ich aber wohl erst in einigen Tagen weiter rumtüfeln können, weil gerade Job-Stresszeit ist. Deshalb zeig’ ich euch inzwischen mal einen Appetithappen,

ein wunderbares Geschenk einer lieben Freundin. Denn dieses Leckerli hängt mir eigentlich wie eine Mohrrübe vor der Nase. Ich hab’ mir vorgenommen, dass ich es erst anstricken darf, wenn das Thai-Top fertig ist. Ein phantastisches Material - und das geplante Top habe ich auch schon fertig bei der edlen Spenderin gesehen … Also: zuende geplaudert und an die Arbeit.

Eine gute Woche für euch!

P.S. In der neuen “The Knitter” (#21) sind dieses Mal ungewöhnlich viele Modelle, die mir gut gefallen. Ich finde, Reingucken lohnt. Leider hab’ ich jetzt keine Zeit, Preview-Bilder zu suchen, aber vielleicht gibt’s das Magazin in eurem LYS?

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die paar Konstruktionsprobleme …

KnitAngel am 24. Juli 2010

Ja, denn ich hab’ mal wieder ein “Paar” davon. Die Passform von Ärmeln verleidet mir doch regelmäßig das Stricken. Mein Thai-Top (ravelry-Link) hab’ ich mir wunderbar windschnittig neu berechnet, und es passt wie angegossen. Doch jetzt mal wieder - wie immer - die Ärmel.

Erster Versuch: gestrickt laut Anleitung. Zu klein geraten, obwohl etwas abgeändert. Selber schuld, da ich im Laufe eines Projekts meist fester stricke. Da mir aber die Naht im Perlmuster ohnehin nicht gefällt (guckt euch mal das Foto im Heft genau daraufhin an), habe ich die zweite Ärmelversion direkt eingestrickt - wie bei meiner Martha. (Ouuups - die muss ich doch auch noch fotografieren … *Notizzettel-schreib*) Der Ansatz ist perfekt gelungen, viel besser als jede Naht. Aber kurz vor Schluss sieht man selbst mit Nadel drin, dass die Ärmelchen zu weit werden.

Mit abgewinkeltem Arm mag es ja noch gut aussehen,

aber der anliegende Arm offenbar das Desaster (auf jeder Seite wären noch 12 Maschen in einer eigenen ‘Querreihe’ abzustricken, die kämen also in der Weite noch dazu):

Von hinten sieht man auch schon, wie der Ärmel (durch das Nadelseil aufgespannt) absteht.

Ohne Nadel gibt das ‘ne dicke Beule / Falte. (Ich erinnere mich, dass der so eingestrickte Ärmel auch bei “Martha” etwas zu weit wurde, doch da soll ja auch noch eine Bluse drunter passen; dennoch hatte ich gegen Ende getrickst und Maschen zusammengestrickt.)

Und nun? 3 Möglichkeiten:

1. Ich könnte mir einen neuen separat zu strickenden Ärmel ausrechnen (mit der guten alten Schweizer Methode, die zunächst die Kurve über ein Din-A-4-Blatt vorzeichnet und dann ein wenig rechnet und pröbelt). Das sitzt. Aber dann hätte ich doch wieder diese doofe Naht.

2. Oder ich beginne das ‘Quer-übers-Armloch-stricken” nicht lediglich über dem oberen Drittel des Armlochs, sondern direkt über einer längeren Strecke. Aber um wie viele Maschen länger? Doch mindestens 12 pro Seite, um nicht weiter zu werden als der Ärmel auf den Fotos ist?!?

3. Ich könnte auch jetzt, gegen Ende, immer zwei neue Maschen vom Armloch dazu nehmen (statt immer nur die zuvor umwickelte mit abzustricken). Doch das ergäbe vermutlich die berühmt berüchtigten Puff-Ärmel … und ist damit eigentlich schon aus dem Rennen.

Zu bedenken ist überdies, dass die Schulterpartie hier fast überschnitten breit angelegt ist, was ich nicht geändert habe, um den Charakter des Modells nicht zu verändern. Wie sähe dazu ein steil ‘abfallender’ Ärmel (Lösung 2) aus?

:-((((( Versteht ihr jetzt, dass meine UFO-Herde immer wächst? Das Stricken ist kein Problem, aber der Schnitt. — Hat vielleicht jemand eine Meinung zu meinem Problem? Ich tendier’ zu Lösung Nummer 2 und strick’ einstweilen mal wieder “mindless”-Kram. Schade!

Frustriert grüßt

Angelika

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… nur mit Glacéhandschuhen

KnitAngel am 6. Juni 2010

Schon vor Jahren war das Thai-Top von Sublime Yarns zum Objekt meiner Begierde avanciert. Doch die verfügbaren Garne passten alle nicht: falsche Farbe oder Stärke, zu unregelmäßig, ohne Glanz. Nun, angestoßen durch die Neuauflage im deutschen “The Knitter”, erneute Inspektion des inzwischen natürlich angewachsenen Wollhorts. Und siehe da: heureka -

Die Sonne geht auf :-) Tolle Farbe, satter Glanz, strickt sich gut und …

das Maschenbild gefällt.

Dann jedoch schnell die üblichen Zweifeleien: Wie anpassen??? Klar: unten weiter, stärker tailliert und oben eine Größe kleiner. Ausrechnen und stricken ist kein Problem …aber: Welche Länge wäre optimal und welche erlauben mir meine 12 Knäuele? Auf welcher Höhe sollte die Taille sitzen? Und später: Warum in aller Welt haben die Maschen im Hochgestrickten eine andere Größe als in der Maschenprobe??? Ist es nun vielleicht doch unten zu weit - mittig zu eng - die Taille zu hoch???

Zweifel über Zweifel. (Ja, ich habe anprobiert, aber wenn man das Band nur um wenige Zentimeter verrückt, ändert sich alles.) Weiterstricken? Ribbeln? …

Gegen Letzteres spricht ein gewichtiges Argument: Das Garn ist überaus empfindlich: schon eine leicht raue Stelle am Finger zieht Fädchen. Ob folglich eine Neu-Konstruktion aus Ribbelgarn noch gut aussieht? - Anziehen werde ich das Teil also auch nur mit Glacéhandschuhen können - und Tragen lediglich auf einem Stehempfang zwischen distanzierten Fremden ;-) … Ergo: sowieso nicht top das Top. Dann kann ich ja auch ruhig weiter pröbeln, frei nach dem Motto “probieren geht über studieren”.

P.S.: Ja, der Rand rollt sich. Unsäglich. Dagegen ist mir eine adrette Lösung eingefallen. Sollte sich mein “Schnitt” doch als tragbar erweisen, zeige ich diese demnächst. (Der aktuelle Wörterbericht der ZEIT steht leider noch nicht online, aber vermutlich könnt ihr ihn bald hier lesen. Ich stimme Heike Kunert zu: “adrett” ist nett und “stylisch” langweilig ;-)

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Auf die Schnelle zwischendurch

KnitAngel am 5. Juli 2008

Sommerliches

Alldieweil ich in Bezug auf neue Werke immer noch ausgebremst bin (das Geheimprojekt wächst - ist aber, wie der Name sagt, g_h__m, und mein letzter Salatjackenärmel wartet auf Garnnachschub), sortier’ ich halt mal wieder ein paar längst fertige Werke in mein Album ein. In loser Reihenfolge, immer so, wie mir die Dateien in die Finger kommen. Heute eine Sommerkollektion:

Zuerst das “Krista Tee” von Joan McGowan-Michael - Anleitung in: “Knitting Lingerie Style”.
Material: 370g Silk-Cotton von Stahl (68% BW, 32% Seide) für ca. Gr. 42-44
Nadelstärke: ? (vergessen: 4 oder 3,5)

Was schief ging: Ich wollte keine Wurstpellenärmel und habe überkorrigiert. Nun gut, jetzt also Schlabberärmel - nicht gerade très chic, aber dafür bequem. Da ich noch genügend von dem schönen Garn übrig habe (winke zu Dani!) könnte ich das Teil ja iiiiiirgendwann noch mal ‘richtig’ stricken ;-) (TwinSet ist leider keine gute Idee, dafür sind, wie gesagt, die Ärmel zu knubbelig.)

Weiter geht’s etwas farbloser, aber ich mag auch alle Erdtöne sehr gerne:

“Sunflower Shell” (leider weiß ich nicht mehr aus welchem Buch und von welcher Designerin …) Gestrickt mit “Linie 11, Alpha” von ONline (Ägypt. BW, gekämmt, mercerisiert, gasiert). Nadelstärke 3,5.

Nachtrag: Martina Hippezippe hat’s für mich rausgesucht: Die Designerin ist Candace Eisner Strick, und das Pattern ist zu finden in “Beyond Wool”. DANKE Martina :-))

Der Farbton ist im Original schön leuchtend gold-beige, nur hab’ ich’s wegen des starken Glanzeffekts nicht richtig aufs Foto bekommen :-(

In dieser Farbe, ähnlich leuchtend (und foto-problematisch), mit nur etwas dickerem Garn, hab’ ich auch “Gyrid” gestrickt (aus Elsebeth Lavolds “Designer’s Choice - The Viking Knits Collection”):


Das Garn finde ich klasse: ONline, Linie 135 Goby (65% Baumwolle, merc., gas., 35% Viskose - knapp 400g für Größe L), aber von der Passform des Modells war ich ziemlich enttäuscht. O.k., ich hätte es stärker taillieren können und damit den Litfass-Säulen-Eindruck etwas abmildern … aber ohne verkürzte Reihen im Oberweitenbereich war es für mich nicht tragbar … Das Problem sieht ein Schnitt-geübtes Auge vermutlich sofort (… muss ich jetzt betonen, dass ich das leider nicht habe?):

Aber Frau Aud hat mir das Teil gerettet, indem sie mich erst die Träger hat kürzen lassen und dann selber kurzerhand zu Maßband, Schere und Nadel gegriffen und mir nachträglich Abnäher reingebastelt hat: Abnäher reingefaltet und von außen im Maschenstich (*raffiniert*) aufs Top genäht, also quasi die Naht überstickt. Innen dann leicht befestigt, damit’s nicht rumklappt - kurz gedämpft und “feddisch”. Ergebnis ist tragbar - siehe oben :-)

Und hier noch mein Lieblings-Kartoffelsack, der sich sooooo gut trägt:

Gestrickt aus “Zeta Color” von Lang (70% Baumwolle, 30% Leinen, LL 50 g = ca. 80 m), nach einem Pulli in Sabrina 05/07
Verbrauch: für Größe 44/46 < 600g.
Nadelstärke: 4,5 mm
Maschenprobe: <18,5 M / 25 R. auf 10 cm>

(Die geübte Leserin merkt spätestens jetzt, dass ich mit meinen Aufzeichungen genauer geworden bin - aus Schaden wird man klug ;-)

Das Garn war etwas mühselig zu verstricken, da keinerlei Elastizität vorhanden. Quasi als ob man Paketschnur strickte. Aber das Ergebnis hat mich überzeugt. Im Gegensatz zum Zeitschriften-Modell habe ich Pulli und Ärmel deutlich verlängert - also eine Tunica gestrickt, und alle Abschlüsse mit einer Kraus-Rippe versehen.

Normalerweise stricke ich Lochmuster nicht bis ganz an den Rand heran, aber hier war es mir den Versuch wert, das Muster an der Naht halbwegs passend zusammensetzen zu können:

Allerdings ist bei diesem Garn Vorsicht beim Waschen angesagt. Die MaPro ist zwar schön gleichmäßig aus der WaMa gekommen, aber der Print war fast weg. Also entweder mit diesem Verblassen leben oder vorsichtige Handwäsche (ich habe mich natürlich für Ersteres entschieden :-)!

So, ich finde, das reicht für “Auf die Schnelle und zwischendurch”, gelle? - Ein schönes Wochenende wünscht

Angelika

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