Die ewigen Reste – Rezept für meine Dickerchen

Es ist schon erstaunlich, wie viele Garnreste im Laufe der Zeit vom Sockenstricken übrig bleiben. Zwei große Plastikboxen habe ich angefüllt – nach Farben sortiert, denn lange schwebte mir vor, eine dieser wunderschönen “Restedecken” nachzustricken, die man im Internet findet. Allerdings zweifel ich inzwischen daran, dass die beeindruckenden Exemplare wirklich aus Resten entstanden sind, denn egal, wie gut ich meinen reichhaltigen Schatz sortiert habe, … es passen nie genug Farben wirklich gut zusammen.

Deshalb habe ich beschlossen: Sollte ich jemals solch eine Decke stricken wollen, dann investiere ich lieber in einige passend zueinander gewählte Knäuele, damit die viele Arbeit auch wirklich ein Schmuckstück ergibt! Doch was dann tun mit den vorhandenen Resten?

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Ganz einfach: “Dickerchen” stricken, also Socken aus doppelt genommenem Vierfach-Garn – fürs Sofa gedacht oder für die Gartenclogs.

Schwesterliebe

Wie diese Frühlingssocken für mein Schwesterherz – mit extraweitem Schaft die perfekten Bettsocken. Leider findet man zur Zeit nur schwierig Sockentabellen für 8-fach Garn. Deshalb hier meine persönliche Erinnerungsstütze für den kommenden Winter:

Für die Größen 39-42 schlage ich 48 Maschen an (für einen extraweiten Schaft die doppelte Anzahl und dann in der ersten Reihe je 2 Maschen mustergerecht zusammenstricken). Um harmonische Farbübergänge zu erzielen, wechsele ich nicht beide Fäden gleichzeitig, sondern schleiche eine neue Farbe ein, indem ich sie zuerst nur für eine Runde verwende, kurz darauf dann für zwei Runden und so weiter.Weil man fürs Einschleichen also drei Fäden gleichzeitig verarbeitet, ziehe ich den gerade nicht benötigten Faden mit hoch, indem ich ihn in den aktuell verwendeten einhänge.

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Die Methode, zwei Socken gleichzeitig auf einer Rundstricknadel zu stricken, …

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habe ich getestet und für schlecht befunden. Zwar muss ich mir so nicht merken, welche Garne ich nacheinander verwendet habe, doch die ewige Hin- und Her-Schieberei der Maschen über das lange Seil nervt mich Feststrickerin total. Da stricke ich lieber den Zweitsocken abschnittsweise parallel auf einem zweiten Nadelspiel.

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Die Fersenwand stricke ich über die Hälfte der Maschen, 24 Reihen hoch. (Und zwar so: erste M. rechts verschränkt, dann zwei M. links, danach im Muster – z. B. immer eine rechte und eine Hebe-M. – bis zu den letzten drei M.: davon wieder zwei links stricken und die letzte M. links abheben. In der 2. Reihe: Erste M. re. verschränkt, den Rest der Reihe links stricken, letzte M. abheben. Auf diese Weise entstehen am Rand Krausrippen, von denen sich leicht 12 abzählen lassen; und aus den hochgezogenen Randmaschen lassen sich später gut verschränkte Zwickelmaschen herausstricken.)

Nach der Fersenwand eine Herzferse (und zwar so: rechts stricken bis inkl. zwei Maschen nach der Mitte, zwei M. linksgeneigt zusammenstricken (“ssk”), dann noch eine rechte Masche, um diese Linksneigung zu verankern. Wenden: Die erste Masche abheben, dann links stricken bis inkl. zwei Maschen nach der Mitte, zwei M. links zusammenstricken und dann noch eine linke Masche zum Verankern. Wenden und bis vor die Lücke stricken, diese in Verlängerung des ssk schließen, verankern, wenden … usw.).

Für den Zwickel aus der Fersenwand je 12 M. verschränkt herausstricken (ggf. noch eine Zusatzmasche im Übergang zum Spann aus dem verdrehten Querfaden, um das sonst unvermeidliche Löchlein zu kaschieren). Nachdem in der ersten Runde dann ggf. die Zusatzmasche mit einem Nachbarn zusammengestrickt wurde, gilt für die weiteren Zwickelabnahmen: In jeder zweiten Reihe abnehmen, bis wieder 12 M. auf jeder Nadel sind.

Die Bandspitze beginnt nach 20,5-22,5 cm mit der ersten Abnahmerunde. Danach einmal in der 3. Runde abnehmen, viermal in jeder 2. Runde und viermal in jeder Runde. (Sie geht also über 16 Reihen: nach Maschenprobe vorher überschlagen, ob die Gesamtlänge passen wird.)

So, falls nun zum nächsten Winter gar keine 8-fach-Tabellen mehr zu finden sind, kann ich bei mir selber nachgucken ;-)

Die Wintergeschichten jetzt einmottend grüßt

Angelika

 

 

Buntes Treiben

Viele haben’s über Karneval recht bunt getrieben – zugegeben: ich auch ;-) Allerdings ist mein buntes Treiben in strengen Bahnen verlaufen, sowohl wolltechnisch …

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als auch was den Gartenschnitt angeht.

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Heute zeig’ ich Letzteres, da mein Grünschnittprojekt im Gegensatz zum Gestrickten schon fix und fertig ist. Vor einigen Wochen wurden unsere Dotterweiden geschnitten …

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und das kostbare Schnittgut zur späteren Verwendung gebündelt. Daraus sollte nun, solange die Triebe noch Saft haben, ein Sichtschutz fürs heimische Gartentörchen werden. Dazu hab’ ich 7 Staken zwischen zwei Leisten gespannt und zum bequemen Arbeiten mit Schraubzwingen auf einem Tisch fixiert. Und los ging das Treiben mit den Trieben: Gelb (Dotterweide), Rot (Hartriegel) und Graubraun (Haselnuss) mit etwas Grün (Hartriegel/Rose) gemixt. (Später wurden dann noch der obere und der untere Rand etwas aufgestakt und mit Fitzen fixiert bzw. die oberen Staken mit Bindungen befestigt.)

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Immer wieder verschätzt man sich in Bezug auf die große Menge, die man vom Schnittgut braucht.

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Ich hatte mal wieder nicht genügend Weide aus dem großen Garten mitgebracht, deshalb trägt der neue Sichtschutz jetzt im oberen Bereich weniger Gelb als eigentlich geplant. Doch das ist nicht schlimm, denn die Farben werden sowieso im Laufe des Jahres verblassen und sich später auf ein dunkles Braun einigen. Bis dahin aber hab’ ich statt grauem Nachkarnevalskater: ein bunte Aussicht über den ganzen Sommer hinweg.

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Naturbunte Grüße!

Angelika

Tupfen machen gute Laune

… vor allem, wenn sie grün sind … und kuschelig:

gruentupf_12Dann braucht’s vielleicht noch eine Prise Kontrastfarbe – in diesem Fall senfgelben Bündchenjersey und dunkel-olivfarbenen Strickstoff …

gruentupf_10und Frau KnitAngel kann sich unter die Grünfinken mischen.

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Als Schnitt für dieses formidable Sweatshirt mit Kapuze …

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diente “Lady Rose” von mialuna. Hinzugefügt habe ich lediglich Brustabnäher, weil ich finde, dass (fast) alle Oberteile damit einfach besser sitzen, wenn frau nicht gerade Bohnenstangenformat hat.

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Ich gehöre dagegen eher zu den birnenförmigen Typen. Deshalb ist die Passform dieses über den Hüften ausgestellten Shirts für mich sehr gut geeignet. Allenfalls einen etwas kleineren Halsausschnitt hätte ich mir für die Winterversion gewünscht:

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Aber egal, frau hat ja Schal. Und eigentlich sollten in den Tunnel (der im Original seitlich beginnt und endet) noch Bändchen rein – doch ich hab’ noch nichts Passendes gefunden. Geht aber auch so:

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Man kann das Shirt natürlich auch ohne Kapuze nähen, doch weil ich dieses Winterwams beim Fahrradfahren unterm Anorak trage, ist das Anhängsel doch ganz praktisch. (Rein für Dekozwecke würde mir eine flachere, weitere Kapuze besser gefallen, doch diese sitzt einfach praktisch gut auf dem Kopf.)

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Stolz und zufrieden grüßt die inzwischen meist nähende Strickerin

Angelika

Passend fürs orange Sofa

Die Sammelbestellung meines Nähkurses beim polnischen Shop bescherte mir einen quietschorangen Baumwolljersey mit knalleweißen Tupfen (bestellt hatte ich Maisgelb mit Creme ;-) Etwas zu ‘laut’ für mich eher unbuntes Wesen. Auf meine irritierte Frage, was ich da jetzt bloß draus machen solle, meinte unsere Leiterin lakonisch: “Mach doch ein Nachthemd”.

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Gute Idee! Passender Weise lag zuhause gerade das Jersey-Nähbuch von Julia Korff, das ein Nachthemd aus ganz ähnlichem Stoff zeigt. Also habe ich den dort enthaltenen Schnitt genäht.

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Weil der Tupfenstoff für lange Ärmel nicht ausreichte, habe ich weißen Bündchenjersey angesetzt – und ich muss sagen, dass mir diese Lösung viel besser gefällt als ein Orange-Gepunktet-AllOver.

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Mit dem Ärmelsaum hab’ ich etwas gespielt und einen Kontraststreifen eingenäht. Noch nicht perfekt, aber ganz hübsch. Insgesamt bin ich mit dem Nachthemd zufrieden, auch wenn es nicht ganz so geriet, wie erwartet:

Im Internet ist von einigen Rezensenten zu lesen, dass die Schnittmuster aus Korffs Buch alle ungewöhnlich groß ausfallen. Für dieses Modell kann ich das bestätigen – es scheint mir mindestens eine Größe mehr zu haben als angegeben. Das ist für ein Nachthemd natürlich egal – im Gegenteil erhöht es den Kuschelfaktor. Passend fürs federweiche orange Sofa.

 

Nachthemd_01Völlig entspannt grüßt heute

Angelika

Mal etwas anderes Grünzeug

Vor lauter Gartengrünzeug ist hier schon lange der Eindruck entstanden, dass Frau KnitAngel nicht mehr handarbeitet … Der muss revidiert werden! Deshalb heute Bilder von Grünzeug einer anderen Art:

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Zu ihrem anthrazit-grünen Mantel wünschte sich eine Freundin eine Mütze. Die mach’ ich doch gerne :-) Und beim Durchforsten meiner Wollvorräte für dieses Projekt fand ich zusätzlich noch wunderbar passendes Tuchgarn, nämlich ein Socken-Farbverlaufsgarn von Lang und ein Mohairgarn von Schulana (nähere Angaben folgen wenn/falls ich die Banderolen wiederfinde). Also habe ich sehr entspannt wohlbewährte Evergreens gestrickt:

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Ulrikes Sonnensegel-Tuch wirkt in den unterschiedlichsten Farb- und Materialkombinationen immer wieder phantastisch. (Glaubt es mir – auch wenn ich die Farben hier nicht auf jedem Foto getroffen habe: am authentischsten sind sie auf den Tragefotos mit dem Mantel). Die ungewöhnliche Dreiecksform  …

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kann man sich um den Hals werfen, wie’s gerade kommt: Das Tuch fällt immer gut. Dabei ist es federleicht und warm.

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Auch die Mütze habe ich schon etliche Male gestrickt: Verkürzte Reihen verleihen ihr eine super Passform.

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Das Modell ist “Orbitus Hat” von Kelly McClure

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und das Garn von Lana Grossa (wenn ich mich recht erinnere: Bingo Melangé in Olive).

Die Freundin hat sich gefreut wie Bolle – und ihr steht die Kombi natürlich noch viel besser als mir (der der Mantel gut zwei Nummern zu klein ist ;-)

Ich wünsche allen ein friedliches neues Jahr mit viel Gesundheit und glücklichen Momenten!

Angelika